Parteien sehen sich gestärkt - Nach Kiel-Wahl Endspurt in NRW

DÜSSELDORF - Nach der Wahl in Schleswig-Holstein gehen die Parteien in NRW in den Endspurt. Die meisten sehen sich von den Ergebnissen aus Kiel gestärkt. Nach dem guten Abschneiden der FDP befürchtet die CDU eine Ampel in Düsseldorf.

Nach der Wahl in Schleswig-Holstein krempeln die Parteien in Nordrhein-Westfalen die Ärmel im Wahlkampfendspurt hoch. Die SPD zeigte sich in Düsseldorf optimistisch, dass es - anders als im Kieler Landtag - im bevölkerungsreichsten Bundesland für eine eigene rot-grüne Mehrheit reichen werde. "Wir kämpfen für Rot-Grün und wir sind sicher, dass wir auf eine Mehrheit kommen werden", sagte Generalsekretär Michael Groschek am Montag in Düsseldorf. FDP, Grüne und Piratenpartei sprachen von Rückenwind. Die CDU machte Front gegen eine Ampelkoalition in NRW.

Sollte es für eine rot-grüne Mehrheit im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht reichen, werde FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner seine Partei zum "Steigbügelhalter" machen, sagte der Generalsekretär der NRW-CDU, Oliver Wittke. Dann werde es ein Ampelbündnis mit SPD und Grünen geben, aber keinen Politikwechsel. "Wir wollen die CDU in Regierungsverantwortung zurückführen." Auch CDU-Spitzenkandidat und Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte in Berlin, eine echte Alternative sei nur eine CDU-geführte Regierung.

In fast allen Umfragen kommt Rot-Grün in NRW auf eine eigene Mehrheit. Die CDU liegt nach jüngsten Erhebungen mit 30 beziehungsweise 31 Prozent klar hinter der SPD. CDU-Generalsekretär Wittke meinte, nach dem starken Abschneiden der Liberalen in Schleswig-Holstein mit 8,2 Prozent habe er "keinen Zweifel", dass die FDP auch in NRW wieder in den Landtag einziehen werde. Beim Landesparteitag am Sonntag habe Lindner - er wurde mit 97,9 Prozent zum Parteichef gewählt - einer Ampel keine klare Absage erteilt.

Fragen nach einer großen Koalition ließ die CDU ebenso offen wie die SPD. Beide Volksparteien betonten, es sei eine große Herausforderung, noch in den letzten Tagen bis zum 13. Mai Wähler zu mobilisieren. Von den gut 13,2 Millionen Wahlberechtigten in NRW sind nach der jüngsten Umfrage für das ZDF-Politbarometer noch 41 Prozent unentschlossen, ob und wen sie wählen wollen.

Die FDP sieht sich nach langer Misserfolgsserie wieder im Aufwind. Die Partei werde wieder gehört und habe neue Chancen gewonnen, erklärten Lindner und Generalsekretär Joachim Stamp unmittelbar nach der Wahl am Sonntag. Für die Piraten betonte Landeschef Michele Marsching: "Für uns bedeutet das zusätzlichen Rückenwind und Motivation im Wahlkampf, zumal Schleswig-Holstein ähnlich wie NRW ein Flächenland ist."

Grünen-Bundeschefin Claudia Roth erklärte in Berlin, sie sei voller Hoffnung für Rot-Grün. Die Linkspartei, die in Kiel mit 2,2 Prozent aus dem Landtag flog, sieht darin keine Vorentscheidung für das Düsseldorfer Landesparlament. Es gebe "gute Gründe anzunehmen", dass ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde nehmen werde, sagte Spitzenkandidatin Katharina Schwabedissen. - lnw

Quelle: wa.de

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