Prozessauftakt: Freundin mit Säure übergossen

[UPDATE 12.45 Uhr] PADERBORN - Die Frau überlebte, doch sie wird ein Leben lang entstellt bleiben: Ein lebensgefährlicher Angriff mit Säure beschäftigt in Paderborn die Justiz. Das Opfer verdeckte die Narben im Gerichtssaal mit einer seidenen Maske.

 Aus Eifersucht soll er seiner Freundin Schwefelsäure über den Kopf geschüttet haben - nun muss sich ein 39-Jähriger wegen versuchten Mordes vor dem Paderborner Landgericht verantworten. Die Frau überlebte im September 2014 nur dank eines schnellen Notfalleinsatzes, bleibt aber lebenslang im Gesicht entstellt. Laut Anklage hatte das Opfer zuvor angedeutet, sich von dem 39-Jährigen trennen zu wollen.

Die Frau erlitt schwerste Verätzungen an der rechten Gerichtshälfte, am Hals und am Oberschenkel. Sechs Wochen lang wurde sie in einer Spezialklinik behandelt und mehrfach operiert. Weitere Eingriffe werden folgen. Bei Gericht erschien sie zum Prozessauftakt am Freitag mit einer seidenen Gesichtsmaske. Die Maske soll das mehrfach operierte Gesicht schützen und bei der Heilung in Form halten. Die Frau sollte im Verlauf des ersten Verhandlungstages als Zeugin aussagen.

Der mutmaßliche Täter ist mehrfach vorbestraft und war nach der Attacke geflüchtet. Einen Tag später wurde er auf einem Autobahnparkplatz in Bayern festgenommen. Er wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

Im Gespräch mit einem psychologischen Gutachter hatte er eingeräumt, dass es in der etwa halbjährigen Beziehung zuletzt zu Streit und handgreiflichen Eifersuchtsszenen gekommen sei. Er habe sich ursprünglich selbst als Liebesbeweis an der Hand verätzen wollen, wie er dem Psychologen sagte. Doch dann sei es zum Streit gekommen, er habe sich nicht ernst genommen gefühlt und die Säure in ihre Richtung geschüttet, zitierte der Sachverständige aus seinem Gutachten. Der Mann ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen versuchten Totschlags. Auch damals verletzte er eine Partnerin schwer. - dpa

Quelle: wa.de

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