Schäden in NRW nicht so groß / Behinderungen vor allem im Bahnverkehr

Nach Sturmtief "Thomas": DWD hebt alle Unwetterwarnungen auf

+

[Update 9.12 Uhr] Düsseldorf - Umgestürzte Bäume und lahmgelegte Züge: Sturmtief "Thomas" brauste am Donnerstagabend über Nordrhein-Westfalen. Auch die Karnevalisten müssen unter den Windböen leiden. Allerdings fällt die Bilanz insgesamt halbwegs positiv aus: Die Schäden hielten sich in Grenzen. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Freitag alle Unwetterwarnungen für das Flachland wieder auf. Für Rosenmontag sagt der DWD eine entspannter Lage mit etwas Regen voraus. Mit einem Sturm wie im vergangenen Jahr wird nicht gerechnet.

Sturmtief "Thomas" hat am Donnerstagabend mehrere Bahnstrecken vor allem im Westen Deutschlands lahmgelegt. Probleme gebe es am Wuppertaler Hauptbahnhof, dort würden Züge zurückgehalten, weil ein Baum ins Gleisbett gestürzt sei, sagte eine Bahnsprecherin. Ein ICE musste geräumt werden.

Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. Auch am Dortmunder Hauptbahnhof und auf mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen konnten zwischenzeitlich keine Züge fahren. Eine Oberleitung war aus noch unbekannter Ursache auf einen Zug der Eurobahn gestürzt. Verletzt wurde niemand, wie die Bundespolizei mitteilte. 

Polizisten räumten aus Sicherheitsgründen zwei Bahnsteige. "Ob der Sturm seine Finger im Spiel hatte, können wird nicht sagen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Regionalbahn war auf dem Weg nach Hamm. Für die Dauer der Reparatur wurden drei Gleise gesperrt. Durch Verlegungen könne es zu Verspätungen kommen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Düsseldorf.

Aktuelle Meldungen der DB Regio NRW auf Twitter

Der Zug konnte seine Fahrt zunächst nicht fortsetzen, sagte eine Sprecherin des privaten Bahnunternehmens Eurobahn. Wie lange die Störung der Linie RE 3 andauern sollte, war zunächst unklar.

Aktuelle Meldungen der Eurobahn auf Twitter

Das Orkantief wirbelte nicht nur die zahlreichen Veranstaltungen zur Weiberfastnacht durcheinander, sondern sorgte auch für Behinderungen auf Straßen und Schienen. Das Landesumweltamt wies angesichts von Dauerregen in manchen Regionen auf steigende Flusspegel hin, vor allem an der Sieg.

In Köln, wo die Rettungskräfte ohnehin wegen der Karnevalsfeiern im Großeinsatz waren, zählte die Feuerwehr am Abend bereits mehr als 150 Einsätze. Meistens ging es um umgestürzte Bäume oder heruntergewehte Dachziegel. 

Ein Autofahrer wurde in Köln dadurch schwer verletzt, dass ein im Sturm umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der etwa 25 Meter hohe Baum demolierte noch zwei weitere Fahrzeuge.

Im Bahnhof Hennen stürzte ein Baum auf die Gleise. Zum Glück kam gerade kein Zug. Die Einsatzkräfte beseitigten das Hindernis mit der Motorkettensäge.

Keine Pausen gab es auch für die Feuerwehren weiter östlich des Rheins. So meldeten die Einsatzkräfte aus Iserlohn ebenfalls abgeknickte Bäume und herabgestürzte Dachziegel. Ein Baum war vor eine Krankenhauszufahrt gefallen, konnte aber schleunigst beseitigt werden. Ein 15 Meter langer Ast sorgte ebenfalls in Iserlohn für Blechschaden. Drei Fahrzeuge wurden laut Polizei beschädigt. In der Stadt sperrten die Einsatzkräfte zudem eine Straße, weil mehrere Bäume drohten umzustürzen.

Im Kreis Soest gab es laut Auskunft der Rettungsleitstelle von Lippstadt bis Ense rund 50 Sturm-Einsätze. Die Feuerwehren mussten vor allem umgestürzte Bäume und Äste von den Straßen räumen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. 

Auch zwischen Lüdenscheid und Werdohl sowie in weiteren Teilen des Märkischen Kreises gab es Einsätze wegen umgestürzter Bäume.

Wegen des aufziehenden Sturms haben die Karnevalisten in Düsseldorf am Donnerstag ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig beendet. Das hätten Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt zusammen mit dem Veranstaltern beschlossen, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval mit. Das Musikprogramm vor dem Rathaus endete etwa eine Stunde früher als geplant. Auch ein Bierzelt wurde geräumt. 

Mitten im närrischen Treiben ist in Düsseldorf am Donnerstag ein Mann am Rheinufer in die Tiefe gestürzt. Er sei in Höhe der Altstadt etwa fünf Meter tief auf eine Steinfläche gefallen und schwer verletzt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag. Lebensgefahr sei nicht auszuschließen. Er wurde in eine Klinik gebracht. 

Umgestürzte Fahrräder liegen in Düsseldorf.

In der Düsseldorfer Innenstadt stürzte am Donnerstag ein Baugerüst ein. Verletzt wurde dabei niemand.

In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare