Brand in Köln

Oberstaatsanwalt weist Kritik aus Türkei zurück

Köln - Der Brand in einem Kölner Mehrfamilienhaus mit zwei Toten gibt der Polizei weiter Rätsel auf. Um die Ursache für das Feuer zu klären, wollte ein Sachverständiger am Dienstag erstmals den Ort begutachten, an dem am Samstag ein 30 Jahre alter Mann und eine 19-jährige Frau ums Leben kamen.

Erste Ergebnisse sollten am Nachmittag vorliegen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ob die Ursache eindeutig geklärt werden könne, sei aber offen. Die Obduktion der beiden Toten sei indessen abgeschlossen.

Der Brand war am Samstagabend in einem Haus im Kölner Stadtteil Höhenberg ausgebrochen, in dem rund 30 Menschen leben. Die Feuerwehr holte die Bewohner über Drehleitern heraus, gleichzeitig suchten zwei Trupps unter Atemschutz den verqualmten Hausflur nach Opfern ab. Dort fand die Feuerwehr die zwei Leichen.

26 Verletzte wurden in einem Rettungsbus von Notärzten untersucht und versorgt, 13 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Sie erlitten vor allem Rauchvergiftungen. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wurde zunächst kein Brandbeschleuniger gefunden.

Ob ein im Treppenhaus abgestellter Kinderwagen der Brandherd war oder die beiden Opfer selbst für das Feuer verantwortlich sind, kommentierte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte am Dienstag berichtet, die Frau und der Mann hätten Zeugenaussagen zufolge versucht, etwas Brennendes durch den Flur auf die Straße zu tragen. Auch über einen möglichen Anschlag war berichtet worden. "Wir ermitteln ergebnisoffen", betonte der Sprecher. Durch die Obduktionsergebnis hätten die beiden Opfer eindeutig identifiziert werden können.

Vorwürfe aus der Türkei, die Ermittler hätten einen rechtsextremen Hintergrund zu schnell ausgeschlossen, wies der Oberstaatsanwalt entschieden zurück. "Eine entsprechende Erklärung haben wir nie verbreitet." Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bekir Bozdag hatte laut der Nachrichtenagentur Anadolu am Montag in Ankara kritisiert, die Ermittler hätten schon wenige Minuten nach dem Feuer eine Erklärung verbreitet, der Brand habe nichts mit Neonazis zu tun. In dem Kölner Haus sollen viele türkischstämmige Menschen gelebt haben. Der Polizei zufolge hatten zwar einige Verletzte türkische Wurzeln, aber nicht die beiden Toten. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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