Landkarte in NRW jetzt deutlich rot gefärbt

DÜSSELDORF - Die parteipolitische Landkarte in NRW weist nach der Wahl einen deutlichen Rotstich auf. Konnte die CDU bei den Erststimmen 2010 in den ländlichen Regionen noch punkten, hat die SPD nun auch vermeintlich sichere CDU-Wahlkreise direkt eingenommen.

Beispiel Münster: Die Direktmandate in der einstigen CDU-Hochburg sind künftig ganz und gar in den Händen der SPD. Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte gingen in einer Landtagswahl beide Sitze in der Stadt durch Erststimmen an die Sozialdemokraten, wie ein Stadtsprecher am Montag bestätigte. Im Wahlkreis 84 (Münster Nord) siegte der Berufssoldat und SPD-Kandidat Thomas Marquardt über den CDU-Politiker Josef Rickfelder. Im Wahlkreis 85 (Münster Süd) eroberte die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze das Direktmandat für die SPD und ließ Thomas Sternberg hinter sich.

Im Ruhrgebiet verlor die CDU ihre letzten beiden Wahlkreise: Im Essener Süden musste sich Manfred Kuhmichel dem SPD-Mann Peter Weckmann geschlagen geben. In Recklinghausen IV besiegte Hans-Peter Müller seinen Konkurrenten Josef Hovenjürgen.

Auch zwischen Aachen und Köln wählten die Bürger SPD-Abgeordnete direkt, etwa in den Wahlkreisen Rhein-Erft-Kreis I oder Düren I. Erfolge feierten die Sozialdemokraten auch in den beiden Wahlkreisen von Siegen-Wittgenstein in Südwestfalen. Abgeben musste die CDU auch einen Wahlkreis im Oberbergischen Kreis und einen im Rhein-Sieg-Kreis.

Soest II ging ebenfalls an die SPD. Der SPD-Kandidat im Wahlkreis Soest I, Norbert Römer, schaffte es dagegen nicht. Er unterlag dem Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg (CDU) und kann nun nur noch durch Verzicht eines anderen SPD-Direktkandidaten in den Landtag einziehen. Der Grund: Die SPD-Landesliste mit Römer auf dem üblicherweise sicheren zweiten Platz zieht wegen der Vielzahl der Direktmandate nicht. - lnw

Quelle: wa.de

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