NRW-Wälder schwer krank

DÜSSELDORF - Der Wald in Nordrhein-Westfalen ist im schlechtesten Zustand seit Beginn seiner regelmäßigen Begutachtung vor 27 Jahren. Laut Waldzustandsbericht 2011, der gestern in Düsseldorf vorgestellt wurde, weisen drei von vier Bäumen Schäden auf.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) führt die Verschlechterung auf den Klimawandel zurück. Vor allem das Frühjahr sei außerordentlich warm und trocken gewesen.

Waren 1984 noch fast 60 Prozent der Bäume gesund, sank ihr Anteil auf ein historisches Tief von nun 24 Prozent. Auch waren noch nie seit 1984 so viele Bäume stark geschädigt. War damals nur jeder zehnte Baum stärker geschädigt, sei es inzwischen jeder dritte.

Nach Ansicht der Experten setzt derzeit vor allem Trockenheit den Wald unter starken Stress. Dabei täuschten die durchschnittlichen Niederschläge über die Situation hinweg. Starke Regenfälle in der vegetationsarmen Jahreszeit nützten den Bäumen wenig, wenn die vegetationsreiche Zeit trocken bleibe. Alarmierend sei auch, dass sich die Abstände zwischen den sogenannten Mastjahren, wenn die Bäume viele Früchte und wenig Blätter tragen, erheblich verkürzt hätten. Aus einem Zehn-Jahres-Rhythmus sei ein Vier-Jahres-Rhythmus geworden. Die Eiche sei die einzige Baumart, die sich in diesem Jahr leicht erholt habe: Waren 2010 noch 16 Prozent als gesund eingestuft, seien es nun 18 Prozent. Bei den Buchen stieg der Anteil mit deutlichen Schäden dagegen von 36 auf 55 Prozent. Bei den Fichten zeige jeder vierte Baum deutliche Schäden auf. Auch der Zustand der Kiefer verschlechterte sich. Remmel kündigte für 2012 eine „Waldstrategie 2050“ an. Die Wälder müssten von Monokulturen zu dauergenutzten Mischwäldern umgebaut werden. Außerdem müsse die Wechselwirkung von Klimawandel und Schadstoff-Belastung besser erforscht werden.

Wald bedeckt fast ein Drittel der Landesfläche. Für den Bericht begutachteten im Juli und August Fachleute den Kronenzustand von rund 10 000 Einzelbäumen. - dpa/dapd

www.umwelt.nrw.de

Quelle: wa.de

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