Schnapsidee: NRW-Umweltminister Remmel verärgert die Jäger

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Kleine grüne Jägermeister: Dieses Foto der Grünen um Minister Johannes Remmel (links) verärgert die Jäger.

Düsseldorf - Ein gewinnendes Lächeln ist nicht gerade das Markenzeichen von Johannes Remmel. Für gewöhnlich wirkt der agile Minister aus Siegen nicht überschäumend lebensfroh. Umso mehr Aufsehen erregt ein Foto, das jetzt in sozialen Netzwerken die Runde macht.

Mit breitem Grinsen präsentiert Remmel mit dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Mehrdad Mostofizadeh und den Abgeordneten Martina Maaßen und Martin-Sebastian Abel kleine Jägermeister-Fläschchen. Sie wirken ebenso wie die Aufnahmen der Getränke, die bereits zuvor von Grünen-Abgeordneten ins Internet gestellt wurden, wie Trophäen, die den viel gefeierten Sieg der Grünen über die Jäger symbolisieren.

Jägermeister-Fläschchen als Geburtstagsgeschenk

Da steht der Schnaps als Synonym für die Waidmänner, die – trotz starker Mobilisierung und heftiger Gegenwehr – bei der NRW-Jagdreform bittere Niederlagen kassiert haben. Remmel selbst hat die Kräuterlikör-Fläschchen am vergangenen Donnerstag als „Gastgeschenk“ zum Geburtstag des Grünen-Fraktionschefs mitgebracht, bestätigt Umweltministeriumssprecher Frank Seidlitz. „Eine Feierrunde zur Verabschiedung des neuen Ökologischen Jagdgesetzes, wie jetzt verschiedentlich kolportiert wird, hat es hingegen nicht gegeben. Entsprechende Behauptungen sind falsch“, versichert der Remmel-Sprecher, dass es keinen Bezug zum Sieg über die Jäger gebe.

Heftige Schelte in der Fraktionssitzung

Trotzdem gab es in der Grünen-Fraktionssitzung am Dienstag heftige Schelte für die Abgeordnete, die das Bild ins weltweite Netz gestellt hat. Mostofizadeh bedauert, dass das beim „lockeren Zusammentreffen am Rande des Plenums“ entstandene Foto „seinen Weg“ in die sozialen Netzwerke gefunden hat. Das sei so nicht geplant gewesen. Als „äußerst unglücklich“ wertet der neue Fraktionschef die „konstruierte Verbindung zum Jagdgesetz“ – wobei er die naheliegende gedankliche Verknüpfung nicht bestreitet.

Häme, Spott und Hohn werden unterstellt

So ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten: Häme, Spott und Hohn werden Remmel & Co. in Internet-Kommentierungen unterstellt. Dabei hat der Umweltminister selbst jüngst viele Zielscheiben für Misserfolge abgegeben. Erst wurde der Klimaschutzplan vom Fahrplan für mehr Umweltschutz zum eher unverbindlichen Vorschlagskatalog degradiert, dann gerieten die wichtigsten grünen Akzente im überarbeiteten Entwurf des Landesentwicklungsplanes zu weniger wichtigsten Grundsätzen. Warum der Minister, der bisher als größter Aktivposten im Kabinett galt, zu den symbolträchtigen Jägermeister-Minis gegriffen hat, bleibt offen. Das war keine pfiffige, sondern wohl eher eine „blöde Idee“, heißt es unter den Grünen.

Quelle: wa.de

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