125 000 Besucher beim NRW-Tag im Lipperland

DETMOLD - Der NRW-Tag und das traditionelle Europäische Straßentheaterfestival in Detmold lockten etwa 125 000 Besucher ins Lipperland.

Von Matthias Benirschke

Begünstigt von tadellosem Wetter genossen die Menschen ein pralles Unterhaltungsprogramm.

"Ich habe eine Schwäche für Lippe", hatte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am Vorabend in Detmold über den durch eine Rose im Landeswappen symbolisierten Landstrich gesagt. Ohne das ehemalige Fürstentum würde dem Land etwas fehlen.

Trotz einer schmerzhaften Knieprellung eröffnete Kraft am Pfingstsonntag das zweitägige Fest und machte sich danach tapfer auf zum Rundgang zu Dutzenden von Vereinen, Initiativen, Verbänden und Institutionen.

Mancher Stand hielt ein Quiz für die Landesmutter bereit. Für die richtigen Antworten gab es Belohnungen, bei der Energie-Agentur NRW etwa einen solarbetriebenen Grashüpfer. Bei der Darbietung einer Kinderband der Gemeinschaftsschule Langenberg wippte Kraft mit. Für die Universität Duisburg-Essen hatte sie ein Sonderlob: "Gute Uni, da hab' ich auch studiert." Und am Stand des Finanzministeriums gewann Kraft mit geschickten Ballwürfen das Rennen der Mäuse um den Käse.

Neben den zahlreichen Bühnen und Aktionsflächen war das "Forum Politicum" auf dem Marktplatz ein besonderer Anziehungspunkt. Hier stellten sich im Halbstunden-Takt Politiker den Fragen ausgewählter Schüler. Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg wusste von den "Neuen" im Landtag, der Piratenpartei, zu berichten, dass sie sich nicht gegen ein Laptopverbot im Sitzungssaal auflehnen. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) erklärte, warum Steuern unerlässlich sind, Sparen aber kein Allheilmittel.

Und Kraft räumte ein, dass Politiker ganz normale Menschen sind, die auch Fehler machen. So viel Selbstkritik beeindruckte die Schüler. "Wir wurden nicht zensiert, nicht unterbrochen", sagte der 19-jährige Daniel Kessel anschließend anerkennend. Die Parteien sollten sich aber nicht alle in der Mitte drängeln.

"Was muss man für ein Mensch sein, um Politiker zu werden", fragte der Schüler Pascal Feaux de Lacroix. "Man muss Menschen mögen", antwortete Kraft. Und man muss verzichten: Auf Freizeit, auf Wochenenden, auf Zeit mit der eigenen Familie. "Ich ziehe aber meine Kraft daraus, mit Menschen zu reden." Und sie genieße die vielen und vielfältigen Erfahrungen. Jugendliche sollten sich politisch engagieren, etwa in Jugendparlamenten. Sie selbst habe ihren Sohn nicht dazu gedrängt. Er sei dennoch in die SPD eingetreten.

Am Stand der Aktion "Deutschland bewegt sich" musst Kraft dann allerdings doch passen. "Da konnte ich nicht mittanzen. Aber Sylvia Löhrmann ist für mich eingesprungen. Sie hat das ganz toll gemacht." - lnw

Quelle: wa.de

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