Streifenpolizisten sollen auch auf Terrorlagen vorbereitet sein

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NRW-Polizei auf einem Weihnachtsmarkt in Düsseldorf: Im kommenden Jahr investiert das Land in die Ausrüstung seiner Beamten.

Düsseldorf - Nach den Terroranschlägen und -warnungen in den vergangenen Monaten verbessert Nordrhein-Westfalen die Ausrüstung der Polizei. Im kommenden Jahr soll jeder Streifenwagen der NRW-Polizei mit einer zweiten Maschinenpistole MP 5 mit moderner Zieleinrichtung ausgerüstet werden, teilte das NRW-Innenministerium auf dpa-Anfrage mit. Dafür seien rund 13,5 Millionen Euro vorgesehen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich zufrieden. Der stellvertretende Vorsitzende Volker Huß fordert aber noch eine dritte Schutzweste im Einsatzwagen für Polizeianwärter, die häufig mit an Bord seien. In Planung seien auch noch schusssichere Helme. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen. 

Bei der nächsten Generation von Einsatzwagen müsse dann noch eingeplant werden, dass die zusätzliche Ausrüstung Platz finde. In diesem Jahr hat die NRW-Polizei für insgesamt elf Millionen Euro neue Westen erhalten. Die robusten, pro Stück rund 1.000 Euro teuren High-Tech-Westen, sollen gegen Schüsse aus einer Schnellfeuerwaffe schützen. Sie sind nach Angaben des Innenministeriums mit 7,5 Kilo sehr leicht. Ihre Anschaffung war kurz nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015 beschlossen worden. 

Die neuen Maschinenpistolen begründet das Innenministerium damit, dass auch im Wach- und Wechseldienst Polizisten auf terroristische Gewalt vorbereitet sein müssen. Sie seien die Ersten, die nach einem möglichen Anschlag einschreiten müssten. "Für mich ist klar, dass die Frauen und Männer, die für unsere Sicherheit ihre Köpfe hinhalten, die beste Ausrüstung und die beste Ausbildung bekommen", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) nach Ministeriumsangaben. Die Polizei bereite sich im Training auf alle denkbaren Szenarien vor. "Alles andere wäre auch naiv." 

GdP-Vizechef Huß attestiert dem Land schnelles Handeln. Attentäter würden inzwischen mit Kriegswaffen vorgehen. Da sei eine moderne Ausrüstung notwendig. "Die ersten Einsatzkräfte müssen sofort agieren. Zu warten, bis Spezialeinsatzkräfte herangeführt sind, können wir uns bei Terrorlagen nicht erlauben." 

Neben NRW rüsten auch andere Bundesländer auf. Einige Beispiele: Bayern hat neue Westen angeschafft, Berlin unter anderem zwei gepanzerte Fahrzeuge. Hamburg bekam einen Radpanzer, Sturmgewehre, schwere Schutzhelme und Spezialwesten. Mecklenburg-Vorpommern plant für 2017 mehr Geld ein. In Hessen gab es 850 neue Schutzpakete. - dpa

Quelle: wa.de

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