NRW sammelt Infos über kranke Lehrer

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DÜSSELDORF - Bisher weiß niemand, wie lange Lehrer in NRW krankheitsbedingt ausfallen. Daran möchte das Schulministerium jetzt etwas ändern.

In Nordrhein-Westfalen soll künftig der Krankenstand von Lehrern erfasst werden. Der Landtag habe der rot-grünen Regierung einen entsprechenden Auftrag erteilt, bestätigte eine Sprecherin des Schulministeriums am Montag. Bisher durften Lehrer-Fehlzeiten aus Gründen des Datenschutzes nicht im Krankenstandsbericht der Regierung erfasst und veröffentlicht werden. Dieses Hindernis ist nun durch eine Verordnungsänderung beseitigt.

Schulleitungen könnten demnächst Krankheitsfälle elektronisch an die Bezirksregierungen melden. Voraussetzung ist aber, dass die Hauptpersonalräte aller Schulformen dem Vorhaben zustimmen.

Die Krankheitstage sollen nicht nach Kommune, Schule oder gar einzelnem Lehrer gemeldet werden, wie Ministeriumssprecherin Barbara Löcherbach betonte. Der Krankenstandsbericht werde lediglich auf Landesebene und in Prozent angeben, in welcher Schulform es zu kurz-, mittel- oder langfristigen Erkrankungen kam. Es werde sichergestellt, dass keine einzelnen Pädagogen oder Schulen erkennbar seien. Es gehe um Gesundheitsförderung, keinesfalls um eine Kontrolle der Lehrer, betonte die Sprecherin.

In NRW unterrichten rund 180 000 Lehrer an mehr als 5000 öffentlichen Schulen - darunter knapp 2900 Grundschulen, 530 Hauptschulen, gut 510 Gymnasien, rund 500 Realschulen und jeweils rund 260 Gesamtschulen und Berufskollegs. Bisher konnte die Regierung dem Landtag keine Angaben darüber machen, auf wie viele krankheitsbedingte Fehlzeiten Lehrer kommen.

Unabhängig von der geplanten Neuregelung gilt für Lehrer, wie für alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland auch: Der Arbeitgeber muss ihnen ein Gespräch anbieten, sofern sie binnen zwölf Monaten sechs Wochen lang - am Stück oder insgesamt - krank waren. Der Pädagoge könne auf ein solches Angebot der Bezirksregierung hin mit Schulleitung oder Schulaufsicht sprechen oder auch ablehnen, erläuterte Löcherbach. An dieser bundesgesetzlichen Bestimmung ändere sich nichts. Auch hier gehe es um die Gesundheit des Beschäftigten. - dpa/ lnw

Quelle: wa.de

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