NRW-Oberpirat Joachim Paul rechnet mit Kettenreaktion - Interview

Joachim Paul

DÜSSELDORF - Die Piraten haben die Herzen vieler wahlmüder Bürger im Sturm erobert - jetzt nehmen sie Kurs auf den NRW-Landtag. Über Pläne und Hoffnungen der Partei sprach Detlef Burrichter mit dem NRW-Spitzenkandidaten Joachim Paul.

Warum entern die Piraten nach der Saar-Wahl bald auch den NRW-Landtag?

Nach den jüngsten Umfragen haben die Piraten durchaus Chancen, in die Landtage in Düsseldorf und Kiel einzuziehen: In Schleswig-Holstein (6. Mai) sahen Wahlforscher die Partei zuletzt bei 5 Prozent (Infratest dimap), in Nordrhein-Westfalen (13. Mai) bei 6 Prozent (Forsa).

Joachim Paul: Dazwischen ist noch eine Wahl am 6. Mai in Schleswig-Holstein. Da heißt es typisch piratig „Kiel holen“. Wir werden die Landtage in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen entern, weil wir als Piraten eine Bewegung darstellen, die mittlerweile immer mehr glaubhaft versichern kann, dass wir die Probleme der Zukunft ernsthaft in Angriff nehmen. Das Signal aus dem Saarland ist auch eine Riesenmotivation für unsere Wahlkämpfer in beiden Bundesländern. Ich rechne fest mit einer Kettenreaktion, mit einem Dominoeffekt.

Wird 2012 das Jahr der großen Kaperfahrt für die Piraten?

Paul: Ich würde mir das für mich persönlich und für meine Partei sehr wünschen, dass es eine Kaperfahrt wird. Wobei es darum geht, politische Probleme zu kapern, zum eigenen Thema zu machen und konstruktiv gemeinsam mit anderen an Lösungen zu arbeiten. Das ist das entscheidende Problem unserer Zeit: Das 21. Jahrhundert steckt voller Probleme, die sich langsam zu Bergen auftürmen. Wir brauchen jeden Menschen, jedes intelligente Gehirn, um an den Lösungen mitzuarbeiten. Deshalb steht bei den Piraten Bildung ganz oben in allen Landes- und auch im Bundeswahlprogramm.

Die Piraten fischen bislang sehr erfolgreich im Meer der Nichtwähler: Was macht Sie so attraktiv für neue Wähler und für bisherige Nichtwähler?

Paul: Die Nichtwähler galten bislang in den Kommentaren der anderen Parteien als Problemkinder. Wir Piraten schaffen es mit unserem Engagement, ein Stück Demokratie zurückzuholen. Denn jede Stimme, die nicht wählt, ist eine verlorene Stimme, egal wen sie wählt. Demokratie lebt davon, dass möglichst viele, idealerweise alle sich daran beteiligen.

Mit welchen Themen wollen die Piraten Wähler in NRW ins Boot holen?

Paul: Außer unserem generellen Thema Bildung geht es uns auch um die Verbesserung des Verbraucherschutzes. Und es gibt einen klaren Beschluss vom letzten Piraten-Landesparteitag in Soest, Fracking zu verhindern. Dieses Verfahren zum Erdgasabbau lehnen wir ab, weil wir befürchten, dass unser Grund und Boden und das Trinkwasser auf Jahre hinaus darunter leiden wird. Deshalb haben wir Piraten dazu ein klares Nein als unser Votum ausgegeben.

Quelle: wa.de

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