NRW-Minister Krautscheid wird neuer CDU-General

DÜSSELDORF ▪ Die CDU-Landespartei hat einen neuen Generalsekretär: Nur 30 Stunden nach dem Rücktritt von Hendrik Wüst (34) präsentierte der wegen Käuflichkeitsvorwürfen unter Druck geratene Parteichef Jürgen Rüttgers mit Andreas Krautscheid (49) einen Nachfolger.

Krautscheid, bislang NRW-Europa-, Medien- und Bundesratsminister, werde zunächst kommissarisch als Generalsekretär arbeiten, sagte Rüttgers am Abend. Auf dem Landesparteitag am 20. April in Münster werde Krautscheid dann offiziell in sein neues Amt gewählt.

Es falle ihm nicht leicht, sein Ministeramt am 7. März abzugeben, bekannte Krautscheid. Aber im Wahlkampf gehöre er als Parteimitglied „an diese Front“. Er ist nun ab sofort als Chef-Organisator für die CDU-Kampagne für die Landtagswahl am 9. Mai zuständig. Krautscheid bleiben gerade noch knappe elf Wochen, um seine Qualitäten als Wahlkampfmanager unter Beweis zu stellen.

Einmal mehr setzt Rüttgers damit auf seine Allzweckwaffe Krautscheid. Bevor der Vertraute des Ministerpräsidenten 2008 als Europa- und Medienminister die Nachfolge von Michael Breuer antrat, war er bereits als Regierungssprecher in Rüttgers‘ Diensten. Krautscheid gilt als wortgewandt und direkt. Der gelernte Jurist und Vater zweier Kinder versteht es, bissige Fragen mit Wortwitz zu parieren, weshalb ihn Rüttgers im Landtag immer dann ins Gefecht schickte, wenn es knifflige Situationen zu bewältigen gab.

Hendrik Wüst war am Montag zurückgetreten, weil er Werbebriefe an Sponsoren zu verantworten hatte, in denen Unternehmen gegen Bezahlung Gespräche mit Rüttgers angeboten worden waren. Rüttgers hat gestern vor der CDU-Landtagsfraktion eingeräumt, dass die Affäre der CDU politisch schade.

dfb

Quelle: wa.de

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