NRW-Metall-Tarifrunde ergebnislos - Entscheidung im Südwesten

DÜSSELDORF - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie rückt eine Entscheidung näher. Nachdem am Freitag in Nordrhein-Westfalen keine Einigung erzielt wurde, soll bei den anstehenden Verhandlungen in Baden-Württemberg in der kommenden Woche der Knoten durchschlagen werden.

Bei der vierten Tarifrunde in NRW gab es erste positive Signale. Die IG Metall habe sich konstruktiv mit den Lösungsvorschlägen der Arbeitgeber auseinandergesetzt, erklärte der Chef von Metall NRW, Horst-Werner Maier-Hunke, nach Ende der Gespräche. "Jetzt sollten wir gemeinsam die Ziellinie anpeilen". Ein neuer Termin in NRW soll in der kommenden Woche kurzfristig vereinbart werden.

Für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche, darunter 700 000 in NRW, fordert die IG Metall 6,5 Prozent mehr Geld, die Arbeitgeber hatten drei Prozent geboten. Außerdem will die Gewerkschaft mehr Mitbestimmung der Betriebsräte bei der Leiharbeit und eine unbefristete Übernahme von Ausgebildeten durchsetzen. Nun blicken die Tarifpartner gespannt nach Baden-Württemberg, wo am Dienstag eine Entscheidung (15.5.) näher rückt. Ob es zur Einigung kommt und ein Pilotabschluss erreicht wird, der wegweisend für die gesamte Branche ist, oder ob sich der Tarifkonflikt Richtung Streiks bewegen wird, bleibt abzuwarten.

In Nordrhein-Westfalen verständigten sich die Tarifpartner darauf, die in Baden-Württemberg eingesetzte Expertengruppe zu begleiten und zu unterstützen. "Wir erwarten jetzt eine deutliche Bewegung in den Gesprächen der Expertenkommission", sagte IG-Metall-Bezirksleiter, Oliver Burkhard. Die nächste Woche müsse Klarheit bringen. Die Arbeitgeber verzögerten ohne verbessertes Angebot die Tarifrunde völlig unnötig, betonte der Gewerkschafter. Zu Beginn der Verhandlungen hatte Burkhard die Arbeitgeber aufgefordert, sich endlich zu bewegen, anderenfalls werde es noch im Mai unbefristete Streiks geben.

Bis Freitagmittag beteiligten sich bundesweit nach Angaben der IG Metall mehr als 94 000 Beschäftigte aus rund 300 Betrieben an vorübergehenden Arbeitsniederlegungen. Seit Ende der Friedenspflicht hätten sich mehr als 672 000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt, teilte die Gewerkschaft am Freitag in Frankfurt mit.

NRW-Metallarbeitgeberchef Maier-Hunke zeigte sich über die Arbeitsniederlegungen verärgert, sie seien "unnötig". Außerdem warnte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser die IG Metall vor den Folgen eines massiven Arbeitskampfes. "Die wirtschaftliche Lage in allen Ländern rund um uns herum ist mehr als schwierig", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Die Industrie habe den "tiefsten Absturz der Nachkriegsgeschichte" gerade hinter sich. - lnw

Quelle: wa.de

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