NRW-Justiz zieht Bilanz: Mehr Terrorverfahren, weniger junge Täter

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Auf einer Pressekonferenz äußert sich NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) zur Strafverfolgungsstatistik.

Düsseldorf - Weniger Mord und Totschlag, weniger junge Straftäter - der Justizminister findet, einiges ist heute besser als früher, nicht umgekehrt. Die Statistik hat aber auch Negatives zu bieten.

Mit weniger Gewaltkriminalität und jugendlichen Straftätern, aber auch mehr Hasskriminalität und Terrorverfahren haben die Gerichte in Nordrhein-Westfalen zu tun. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) legte am Montag in Düsseldorf eine Auswertung der Strafverfolgungsstatistiken seit 2004 vor.

Sein Fazit: Das weit verbreitete "Bauchgefühl", früher sei alles besser gewesen, stimme nicht. "In vielen Fällen ist das Gegenteil der Fall: Heute ist Einiges besser als früher." So habe sich die Anzahl der Gewaltdelikte, die bei der NRW-Justiz landen - darunter Mord, Totschlag, Raub, Vergewaltigung, schwere und gefährliche Körperverletzung - von 2004 bis 2015 auf 5.662 Fälle fast halbiert.

Der Rückgang gehe quer durch alle Altersgruppen. Halbiert hat sich seitdem auch die Zahl der verurteilten Jugendlichen auf rund 15.000 Personen. Kutschaty wertete das als Effekt des rot-grünen Präventionsprogramms "Kein Kind zurücklassen". Stark gestiegen ist dagegen im Langzeitvergleich der Ausländer-Anteil an allen Verurteilungen, und zwar von 22 auf 30,7 Prozent - im Falle von Wohnungseinbrüchen sogar sprunghaft von rund 30 auf rund 55 Prozent.

Nach Zahlen des Statistischen Landesamts liegt der Ausländeranteil an den rund 17,8 Millionen Bürgern in NRW bei 2,3 Millionen oder rund 13 Prozent. - dpa

Quelle: wa.de

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