NRW-Integrationsbeauftragte in der Kritik

dpa NRW-Staatssekretärin Zülfiye Kaykin

DÜSSELDORF ▪ Die am Wochenende bekannt gewordenen Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten gegen NRW-Staatssekretärin Zülviye Kaykin haben ein politisches Nachspiel.

Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung müsse sich gegenüber dem Parlament erklären und die Feststellungen eines internen Untersuchungsberichts der Türkisch Islamischen Union (Ditib) „Punkt für Punkt aus der Welt schaffen“, forderte gestern der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Peter Biesenbach. Auch der Landesrechungshof und die Bezirksregierungen müssten jedem Vorhalt im Detail nachgehen. Eine pauschale Erklärung Kaykins, die die Vorwürfe als „allesamt unrichtig“ zurückwies, sei nicht akzeptabel. „Das Vertrauen ist erschüttert.“

Die Vorhalte stammen aus dem Jahr 2009. Eine interne Prüfkommission der Ditib will die Existenz inoffizieller Kassen festgestellt haben und die Barauszahlung von Gehältern vorbei an Finanzamt und Sozialversicherung. Auch soll es Geldbezüge ohne Gegenleistung und den Missbrauch von Fördergeldern gegeben haben. Kaykin war zwischen 2005 und 2010 Geschäftsführerin der Begegnungsstätte der Ditib-Moschee in Duisburg-Marxloh. Die 43-jährige gilt als Musterbeispiel für gelungene Integration. Sie gehörte zu den führenden Köpfen, denen das „Wunder von Marxloh“ gelang – die Ansiedlung einer große Moschee ohne den anderswo üblichen Ärger. Vor vier Jahren erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Die Ditib erklärte den Prüfbericht von 2009 für überholt. Bei späteren Belegprüfungen hätten sich die Vorwürfe als „allesamt unrichtig“ erwiesen. „Es gab keine Veruntreuung in der Begegnungsstätte“. Im Mai 2010 sei der Vorstand auch förmlich entlastet worden. ▪ DETLEF BURRICHTER

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare