NRW-Innenminister will freiwillige Feuerwehr stärken

HERNE - Fast 94.000 Feuerwehrleute gibt es in NRW. Die allermeisten von ihnen sind bei der freiwilligen Feuerwehr. Jetzt droht Nachwuchsmangel. Experten sollen deshalb in einem fünfjährigen Projekt überlegen, wie das Ehrenamt für Jugendliche attraktiver wird.

Den freiwilligen Feuerwehren droht auch in Nordrhein-Westfalen der Nachwuchs auszugehen. Durch den demografischen Wandel werde es künftig schwieriger, für das anspruchsvolle Ehrenamt ausreichend Freiwillige zu finden, befürchtet der Verband der Feuerwehren in NRW. Jetzt sollen Fachleute in Arbeitsgruppen Vorschläge entwickeln, wie das Ehrenamt gestärkt und mehr Menschen dafür begeistert werden können.

"Brandschutz in NRW ist ohne das Ehrenamt nicht denkbar", sagte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) bei der Auftaktveranstaltung zu einem auf fünf Jahre angelegten Projekt am Mittwoch in Herne. 80.000 der knapp 94.000 aktiven Feuerwehrleute in NRW arbeiten ehrenamtlich, keine Stadt oder Gemeinde kommt ohne freiwillige Feuerwehr aus. Diese Kräfte durch Hauptamtliche zu ersetzen, sei nicht finanzierbar, so Jäger.

Im Laufe der nächsten fünf Jahre sollen Vertreter von Feuerwehren, Kommunen und Land Ideen und Pilotprojekte erarbeiten und erproben, um die freiwillige Feuerwehr auch langfristig mitgliederstark und leistungsfähig zu halten. So soll eine Imagekampagne neue Zielgruppen erschließen. "Bei Menschen mit Migrationshintergrund ist die Solidarität nicht kleiner als woanders. Aber das Wissen über die freiwillige Feuerwehr ist dort nicht so ausgeprägt", sagte Jäger. Bisher liegt in den Feuerwehren der Anteil von Menschen mit ausländischen Wurzeln bei unter fünf Prozent. Auch auf Frauen wollen die Feuerwehren stärker zugehen.

Der Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren in NRW, Jan Heinisch, wünscht sich darüber hinaus eine Öffnung für andere Altersklassen bei der Feuerwehr. Neben "Kinderfeuerwehren", in denen spielerisch an die Themen Retten, Löschen, Bergen herangeführt wird, sei es wichtig, auch verantwortungsvolle Aufgaben für Feuerwehrleute jenseits der 60 Jahre zu finden.

Einen CDU-Vorstoß zu "Kinderfeuerwehren" mit Jungen und Mädchen ab sechs Jahren hatten die rot-grünen Regierungsfraktionen von SPD und Grünen Anfang Juni im Landtags-Innenausschuss abgelehnt. Nach Ansicht der SPD ließen die CDU-Pläne viele Fragen offen, etwa wie Feuerwehrleute für die besondere Arbeit mit kleinen Kindern pädagogisch geschult werden. Die CDU hatte das Nein zu ihrem Entwurf als "fatales Signal für die Zukunft des Brandschutzes" verurteilt. - lnw

Quelle: wa.de

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