NRW-Innenminister zum Feuerwehr-Fall Erwitte

„Pannen bei der Kommunikation“

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Hochwasser in Sachsen-Anhalt

DÜSSELDORF/ERWITTE - Jetzt könnten die Feuerwehrleute aus Erwitte ihren Kameraden in der Partnerstadt Aken in Sachsen-Anhalt helfen. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat am Freitagabend gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt, dass keine weiteren Feuerwehrkräfte aus dem Regierungsbezirk Arnsberg in den niedersächsischen Hochwassergebieten benötigt werden.

Der Grund: Die Lage habe sich dort früher als erwartet entspannt. Somit muss in NRW keine Reserve mehr an Hilfskräften vorgehalten werden. Wie berichtet, war am vergangenen Samstag ein „Hilferuf“ aus Aken bei den Feuerwehrkollegen in Erwitte eingegangen, weil die Wassermassen bedrohlich nahten und die Evakuierung der Stadt bevorstand.

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Als 29 Personen zur Unterstützung nach Ostdeutschland starten wollten, wurden sie gegen zwei Uhr nachts von Paul Köhler, Regierungsdirektor bei der Bezirksregierung Arnsberg, am Abrücken gehindert – laut Zeugenberichten in einem „harschen und arroganten“ Ton. Begründungen: Die Unterstützung für Flutopfer müsse zentral koordiniert erfolgen, Hilfskräfte aus dem Bezirk Arnsberg seien für Niedersachsen und nicht für Sachsen-Anhalt vorgesehen gewesen.

Zudem sei der Brandschutz vor Ort in Erwitte zu gewährleisten. Das NRW-Innenministerium bedauert, dass die Kommunikation zwischen den koordinierenden Stellen im Regierungspräsidium und bei der Feuerwehr „nicht optimal“ gewesen sei: „Das muss in Zukunft besser werden.“ Ministeriumssprecher Ludger Harmeier bestätigte, dass Minister Ralf Jäger mit dem Leiter der Erwitter Feuerwehr, Peter Katz, telefoniert habe, um sich selbst ein Bild von den umstrittenen und inzwischen bundesweit bekannten Abläufen zu machen.

Ganz klar sind diese Abläufe der Vorwoche allerdings immer noch nicht. Werner Bielawa, Erwittes Ortsvorsteher und einer der verhinderten freiwilligen Helfer, berichtet, dass der Kreisbrandmeister, die Leitstelle in Soest und die Bezirksregierung bereits nachmittags über die beabsichtigte Aktion informiert worden seien. Demgegenüber erklärte Ministeriumssprecher Harmeier am Freitag, dass der Kreisbrandmeister sofort entschieden habe, dass der Einsatz nicht erlaubt sei.

Der Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, Christoph Söbbeler, berichtete wiederum, dass die beabsichtigte Hilfe der Erwitter erst am Samstag gegen 23.30 Uhr bekannt geworden sei. Die unterschiedlichen Schilderungen in diesem Fall werden am Mittwoch im Plenum des Landtages erörtert. Der Erwitter Landtagsabgeordnete und FDP-Fraktionsgeschäftsführer Christoph Rasche hat das Thema in die Fragestunde eingebracht. Innenminister Jäger wird dann zum Verfahren Stellung nehmen.

Quelle: wa.de

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