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NRW: Impfschaden durch Corona-Vakzin – 200 Menschen fordern jetzt Schadensersatz

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Von: Florian Forth

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Mehr als 35 Millionen Corona-Impfungen sind in NRW bislang verabreicht worden. Meist ohne Probleme. Einige Menschen fordern wegen Impfschäden jedoch Schadensersatz.

NRW – Ein Stich in den Oberarm, anschließend Kopf- und Gliederschmerzen, die nach einigen Tagen verschwinden: So läuft die Corona-Impfung für die meisten Menschen ab. Sehr selten treten jedoch Komplikationen nach der Impfung auf, die langfristige Folgen haben können, berichtet RUHR24*. In Nordrhein-Westfalen* haben laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung bislang fast 200 Menschen Schadensersatz wegen Impfschäden gefordert.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,9 Millionen
Gemeldete Impfschäden188

Impfschäden in NRW: 188 Menschen fordern nach Corona-Impfung Schadensersatz

188 Anträge wegen des Verdachts auf einen Impfschaden nach einer Corona-Impfung* seien bei den Gesundheitsämtern in NRW eingegangen, berichtet die Zeitung am Donnerstag (13. Januar). Jedoch seien erst acht Anträge bewilligt worden. Ein Großteil von ihnen werde noch bearbeitet, die Prüfung der Fälle sei sehr aufwändig.

Bundesweit sollen bislang 1.219 Personen Impfschäden nach einer Corona-Impfung an die Behörden gemeldet haben. Die meisten davon in Bayern: 238 Forderungen gingen dort ein. Damit ist die Quote der Impfschäden bislang extrem gering: In NRW ist nur etwa ein Impfschaden pro 186.00 Impfungen gemeldet worden. Welche Schäden genau gemeldet wurden, ist unklar.

Das für Arzneimittel und Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut vermerkt zu den aktuell in der EU und Deutschland zugelassene Vakzinen (Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson&Johnson) gegen Sars-CoV-2 daher: „Der Nutzen der Impfung überwiegt auch weiterhin alle Risiken.“

Corona-Impfung: Der Unterschied zwischen Impfreaktion, Impfkomplikation und Impfschaden

Doch wann liegt ein Impfschaden vor? Jucken und Schmerzen an der Einstichstelle gehören laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) direkt nach der Corona-Impfung zu den normalen Impfreaktionen*. Kurz darauf können auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie Unwohlsein und Fieber hinzukommen. Das ist völlig normal und zeigt, dass der Impfstoff wirkt.

Stiko-Chef Thomas Mertens empfiehlt die Booster-Impfung gegen Corona.
Stiko-Chef Thomas Mertens empfiehlt die Booster-Impfung gegen Corona. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Darüber hinaus können jedoch sogenannte Impfkomplikationen auftreten. Auch sie sind sehr selten (etwa 1 Fall pro 5.000 Corona-Impfungen). Laut Stiko handelt es sich dabei um eine „über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigung“.

Das können etwa Blutgerinnsel sein, die jedoch nach einer Behandlung wieder verschwinden, ohne dass bleibende Schäden entstehen. Sie müssen dann an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Schaden nach Corona-Impfung: Dann hat man Anspruch auf Entschädigung

Bei einem Impfschaden handelt es sich laut Stiko um eine schwerwiegende gesundheitliche Schädigung durch die Schutzimpfung. Das können etwa Lähmungen oder geistige Behinderungen sein. Damit jemand Anspruch auf Entschädigung hat, muss jedoch anerkannt werden, dass der dauerhafte Schaden wahrscheinlich durch die Corona-Impfung entstanden ist.

Diese Entscheidung trifft in NRW das Versorgungsamt in Münster. Damit übernimmt der Staat den individuellen Schaden einzelner, weil die Impfung generell für den Schutz der Gesellschaft sorgt. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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