NRW-Forensik-Plan vor Problem

+

Lünen/Gelsenkirchen- Im Streit um den Neubau einer Klinik für psychisch kranke Straftäter in Lünen muss am Dienstag das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entscheiden.

Lünen ist einer von fünf geplanten Standorten für solche Kliniken. Die Stadt und zwei Anlieger haben gegen den Bau der Forensik auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Victoria geklagt. Die Stadt sieht einen Eingriff in ihre Planungshoheit und weist auch auf die Lärmbelastung für die Klinik durch benachbarte Gewerbebetriebe hin.

Das für die Forensik zuständige Gesundheitsministerium sieht dem Prozess gelassen entgegen. Die Stadt selbst habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ihr wenig Hoffnung auf Erfolg mache, heißt es in Düsseldorf. Sie beziehe sich sogar auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das die Vorgehensweise des Landes in Bezug auf einen anderen Standort - nämlich in Herne - ausdrücklich bestätigt habe.

Während drei neue Forensik-Standorte nicht umstritten sind, stockt außer Lünen auch das Projekt in Reichshof im Bergischen Land. Dort hat der Oberbergische Kreis den vom Land ausgewählten Standort auf dem Gelände einer alten Munitionsfabrik wegen einer seltenen Fledermauspopulation unter Naturschutz gestellt. Das Land prüft die Lage.

Die Stadt Wuppertal kooperiert mit dem Land bei den Plänen für eine neue Forensik. Sie will aber statt einer zentral gelegenen alten Polizeikaserne ein Grundstück am Stadtrand zur Verfügung stellen - gegen die Vorbehalte von Anwohnern. Im münsterländischen Hörstel soll auf dem Gelände eines alten Nato-Flugplatzes im nächsten Jahr gebaut werden. In Haltern am nördlichen Rand des Ruhrgebiets muss noch ein Bergbaugelände geräumt und der Standort umgewidmet werden.

Derzeit stehen in NRW 2232 Plätze für psychisch kranke Straftäter zur Verfügung. Laut Ministerium wächst aber die Zahl vor allem drogenabhängiger Patienten, und die Verweildauer nimmt zu. Etwa jeder Sechste wird wegen Sexualdelikten behandelt. Andere Patienten sind notorische Gewaltverbrecher, Brandstifter oder kriminelle Drogensüchtige.

Laut Ministerium geht es neben mehr Plätzen auch um eine regionale Verteilung. Eine erfolgreiche Therapie der Täter sei am besten in der Nähe ihres früheren Lebensmittelpunkts möglich. Angehörige und Freunde könnten dann in eine Therapie eingebunden werden.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare