NRW-Bauminister warnt vor "Luxus-Ghettoisierung"

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WESTFALEN - NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) hat vor einer "Luxus-Ghettoisierung" in besonders gefragten Großstädten des Landes gewarnt. Für immer mehr Durchschnittsfamilien würden dort Wohnungen unbezahlbar.

"Gerade Boomstädte wie Köln, Düsseldorf oder Münster benötigen zusätzlichen sozialen Wohnraum. Die Fördergelder sind da. Sie müssen aber auch abgerufen werden", sagte Groschek den Zeitungen der WAZ-Gruppe.

Nach einer im März veröffentlichten Studie des Pestel-Instituts in Hannover im Auftrag der Wohnungsbau-Initiative aus Gewerkschaft und Baubranche fehlen in NRW fast 1,2 Millionen Sozialwohnungen. Nur knapp ein Drittel aller finanzschwachen Haushalte in NRW habe derzeit überhaupt die Möglichkeit, eine Sozialmietwohnung zu bekommen. Pro Jahr würden 46 000 Sozialwohnungen vom Markt verschwinden, weil die vertraglich vereinbarte Frist der Mietpreisbindung auslaufe.

Vor allem Düsseldorf müsse sich "für bezahlbare Mieten deutlich mehr engagieren", kritisierte Groschek. Die Landeshauptstadt hatte dem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen drei Jahren knapp 28 Millionen Euro an Fördergeldern für Sozialwohnungen abgerufen und damit den vorgesehen Budgetrahmen bei weitem nicht ausgeschöpft. 2010 seien zum Beispiel 15 Millionen Euro vorgesehen gewesen, aber nur vier Millionen wurden abgerufen.

Im Vergleich zu Düsseldorf gehe die ebenfalls begehrte Millionenstadt Köln "mit gutem Beispiel voran", sagte der Bauminister. Die einwohnerstärkste NRW-Kommune habe in den vergangenen drei Jahren 222 Millionen Euro für Sozialwohnungen abgerufen und damit fast doppelt so viel Geld verbaut, wie ursprünglich vom Land veranschlagt worden war.

In den größten Ruhrgebietsstädten Dortmund, Essen und Duisburg wurden laut WAZ-Gruppe seit 2009 trotz eines insgesamt entspannten Wohnungsmarktes durchweg zum Teil deutlich mehr Landesmittel abgerufen als vom Land einkalkuliert. - lnw

Quelle: wa.de

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