Notfallübung Flughafen Dortmund

270 Helfer probten den Ernstfall

DORTMUND - Zwei Hubschrauber und ein Bus waren in einer Übung am Dortmund Airport am Samstagmorgen verwickelt. Zahlreiche verletzte Menschen mussten von den Einsatzkräften aus Dortmund und Unna versorgt werden. Die Übung fand am Rand des Flughafens statt.

Von Daniel Schinzig

Vor einer der Hallen des Dortmunder Flughafens sind Schreie zu hören. Ein Kleinflugzeug und ein Hubschrauber liegen auf der Asphaltfläche, schwer beschädigt, ineinander verkeilt. Hohe Flammen steigen vom hinteren Teil des Flugzeugs in die Höhe, davor wandert eine Frau desorientiert auf und ab. Unzählige Feuerwehrwagen mit eingeschaltetem Blaulicht sind zu sehen, Helfer eilen herbei.

Diese Szene ereignete sich am Samstagvormittag am Dortmund Airport. Es war aber kein tödlicher Ernst, sondern die Vorbereitung auf eben diesen. Rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren Dortmund, Unna und des Flughafens sowie des Rettungsdiensts Dortmund, der Polizei Dortmund, des Krisenstabs Flughafen und des Special Assistence Teams beteiligten sich an einer aufwendigen Notfallübung.

Das ausgedachte Szenario: Ein mit sechs Personen besetzter Hubschrauber verliert beim Start die Kontrolle und stürzt ab. Dabei trifft der Heckrotor ein vorbeifahrendes Kleinflugzeug, welches daraufhin Feuer fängt. Und um das simulierte Unglück noch größer werden zu lassen und den Rettungskräften mehr zu tun zu geben, wird ein Bus mit mehreren Passagieren von Trümmern getroffen.

Notfallübung am Flughafen Dortmund

„Wir sind bei der Übung um ein großes Maß an Realität bemüht“, erklärt Sebastian Scheske, Pressesprecher des Dortmund Airport. Um das zu erreichen, besorgten die Mitarbeiter des Flughafens im Vorfeld unter anderem einen echten, nicht mehr flugfähigen Helikopter.

Unter den insgesamt 270 an der Übung beteiligten Personen waren auch 40 Schüler der Schauspielschule Wiesbaden, die die verletzten und traumatisierten Opfer darstellten und die Einsatzkräfte auf ganz unterschiedlichen Ebenen forderten. „Natürlich können wir aber nicht alles so unverfälscht darstellen, wie es im Falle eines echten Notfalls eintreten würde“, fügt Scheske hinzu. „Einige Übungskünstlichkeiten sind unumgänglich.“

So fungierte der extra für die Übung abgesperrte Parkplatz 7 als Sammelraum für die beteiligten Einsatzkräfte. Damit es nicht zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs kommt, fand die Übung darüber hinaus vor einer Halle statt, die sich außerhalb der Bewegungsfläche befindet.

Ziel der Notfallübung war vor allem, die Notfallplanung am Dortmunder Flughafen zu überprüfen. „Die Einsatzkräfte werden von mehreren Schiedsrichtern bewertet, so dass wir gegebenenfalls Schwachstellen bei der Durchführung erkennen und beseitigen können“, erläutert Scheske. So sei ein besonders wichtiger Aspekt, dass, egal an welcher Stelle des Flughafengeländes etwas passiert, die Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr nach maximal 180 Sekunden vor Ort sind.

Besonderes Augenmerk wurde bei der Übung am Samstag auf das sogenannte Special Assistence Team gelegt, das für die psychosoziale Betreuung von unverletzten Passagieren und Angehörigen zuständig ist. „Die Betreuung ist ein sehr wichtiger Punkt im Falle eines echten Notfalls“, sagt Scheske.

Abgesehen von regelmäßigen Schulungen hatten die in diesem Gebiet tätigen Ehrenamtlichen aber glücklicherweise nur kleinere Einsätze am Dortmund Airport, beispielsweise die Betreuung an Heiligabend festsitzender Passagiere, deren Flieger aufgrund starken Schneefalls nicht starten konnten. Notfallübungen wie die am Samstag müssen laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Quelle: wa.de

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