4,6 Millionen Menschen versorgt

Niedrigwasser in Ruhr-Talsperren - noch kein Grund zur Sorge

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Essen - Die großen Trinkwasserseen im Sauerland speichern derzeit wegen geringer Niederschläge so wenig Wasser wie zuletzt vor 20 Jahren. Die acht Talsperren, deren Wasser im Ruhrgebiet 4,6 Millionen Menschen versorgt, waren am Dienstag nur noch zu 62,3 Prozent gefüllt, wie der Ruhrverband mitteilte.

Das langjährige Mittel für diese Zeit liege dagegen bei knapp 78 Prozent. Die Oberfläche des Sorpesees liegt derzeit beispielsweise rund neun Meter unter dem sogenannten Vollstau. Der Füllstand sei aber "noch nicht besorgniserregend", sagte Verbandssprecher Markus Rüdel. 

"Die Trinkwasserversorgung des Ruhrgebiets ist nach wie vor gesichert." Man gehe davon aus, dass die Füllstände im Frühjahr wieder steigen werden, so dass mit Beginn des Sommers wieder ausreichend Wasservorräte vorhanden seien. 

Für die kommenden Tage erwarten die Experten der Talsperrenleitzentrale in Essen allerdings noch keine großen Änderungen. Die niedrigen Füllstände hätten auch Auswirkungen auf die Natur, sagte Rüdel weiter. 

Während es für die Fische kein größeres Problem sei, sich in das verbliebene Wasser zurückzuziehen, seien an manchen Ufern Muscheln trocken gefallen. Bei den geringen Temperaturen seien sie erfroren. 

Von ihnen ernähre sich aber eine bestimmte Entenart, die daher weitergezogen sei. Die Erholung der Muschelbestände dauere voraussichtlich länger als ein Jahr. 

Weniger Wasser, weniger Energie: Eine Tochtergesellschaft des Ruhrverbandes betreibt in den Talsperren 14 Wasserkraftanlagen. Wegen geringerer Fallhöhen und Durchflussmengen produzieren sie derzeit weniger Strom. 

Der "Westdeutsche Rundfunk" hat darüber bereits berichtet. Der geringe Wasserstand in den Stauseen ist die Folge von zu wenig Regen über Monate hinweg. Im Ruhreinzugsgebiet war das zweite Halbjahr 2016 das trockenste seit 1927. 

Insgesamt fielen dort im Schnitt nur 304 Liter pro Quadratmeter. "Selbst im extremen Trockenjahr 1959, in dem die Behörden an Rhein und Ruhr zur Schonung der Wasservorräte das Autowaschen und Rasensprengen verbieten mussten, fielen im gleichen Zeitraum einige Liter mehr Regen als 2016", sagte Rüdel. Allerdings sei 1959 auch schon das erste Halbjahr außergewöhnlich trocken gewesen. - dpa

Quelle: wa.de

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