Das ist zu beachten

Grenze zu den Niederlanden: Tests, Strafen, Quarantäne - Regeln bei Einreise und Rückkehr

Die Niederlande sind Hochinzidenzgebiet. Das hat Folgen für die Einreise. Es gelten verschärfte Corona-Regeln für Reiserückkehrer - auch Pendler sind jetzt betroffen.

NRW - Seit Dienstag, 6. April, gelten die Niederlande als sogenanntes Corona-Hochinzidenzgebiet und reihen sich damit in die Liste jener Risikogebiete ein, die für Reiserückkehrer besondere Maßnahmen bedeuten. Wer über die holländische Grenze zurück nach Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen will, muss in puncto Tests, Quarantäne und Strafen einige Aspekte beachten. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Einreise aus den Niederlanden: Holland jetzt Hochinzidenzgebiet - das ist zu beachten

Dass die Niederlande sich mit stetig steigenden Corona-Fallzahlen zu einem Hochinzidenzgebiet entwickeln würden, war abzusehen. Wie Ruhr24.de* ebenfalls berichtet, registrierten die holländischen Gesundheitsbehörden zuletzt sogar weit über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Dementsprechend klassifiziert das Robert-Koch-Institut (RKI) das Nachbarland neuerdings als Hochrisikogebiet. Das hat Konsequenzen für die Einreise-Bedingungen.

Zwar galten die Niederlande schon zuvor als Risikogebiet, allerdings fanden bis dato keine Grenzkontrollen für Reiserückkehrer nach Deutschland und NRW statt. Das soll sich nun bis zu einem gewissen Grad ändern. Wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in seinem jüngsten Statement noch einmal klarstellte, müsse der Grenzverkehr auf das Notwendigste reduziert werden. Die NRW-Staatskanzlei kündigte deshalb an, dass es stichprobenartige Grenzkontrollen geben werde. Wer aus Frankreich oder Belgien nach Deutschland zurückkehrt, sind diese Kontrollen nicht fremd.

Einreise aus den Niederlanden: Es kann Grenzkontrollen geben - Testpflicht greift

Doch wer aus den Niederlanden zurückkehrt, fragt sich nun: Was bedeuten die stichprobenartigen Grenzkontrollen? Und wie verhalte ich mich richtig? Die größten Neuerungen für Autofahrer, die aus Holland nach NRW zurückkehren, sind die Anmeldepflicht, die vor der Ankunft erfolgen muss, sowie die Testpflicht. Anmelden können sich Einreisende unter www.einreiseanmeldung.de. Den Test müssen Reiserückkehrer selbst organisieren. Es muss sich um einen aktuellen Testnachweis handeln, der dem Einreisenden bescheinigt, negativ auf das Coronavirus getestet worden zu sein.

Wie die Düsseldorfer Staatskanzlei mitteilte, darf der Corona-Test, der an der Grenze von Grenzbeamten angefordert werden kann, höchstens 48 Stunden vor der Einreise zurück nach NRW erfolgt sein. Um einen Selbsttest aus dem Supermarkt darf es sich dabei jedoch nicht handeln. Stattdessen sind für den Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus nach der NRW-Verordnung ausschließlich PCR-Tests sowie PoC-Schnelltests zugelassen. Diese Schnelltests werden zum Beispiel in Hausarztpraxen oder Schnelltestzentren angeboten.

Einreise aus den Niederlanden: Quarantäne statt Tests - Bei Verstoß droht Strafe

Wer nach seiner Rückkehr aus den Niederlanden bei der Einreise keinen Test vorweisen kann, ist verpflichtet, den Test nachzuholen und in Quarantäne zu gehen. Dort müssen nach wie vor auch diejenigen verweilen, die einen negativen Test vorzeigen konnten. Die Quarantänepflicht gilt zehn Tage. Fünf Tage nach dem ersten Test können sich Reiserückkehrer mit einem weiteren Corona-Test von der Quarantänepflicht befreien, sofern das Ergebnis negativ ausfällt.

Wer keinen Test mit sich führt, macht sich also nicht unmittelbar strafbar. Stattdessen können lediglich dann Bußgelder fällig werden, wenn jemand nach der Einreise aus den Niederlanden gegen die Quarantäne-Regeln verstößt. Ein solcher Verstoß wird wie eine Ordnungswidrigkeit behandelt und mit einer Geldbuße von maximal 25.000 Euro geahndet. Üblich sind jedoch Strafen in einem Rahmen von 200 und 1400 Euro. Die Höhe der Strafe ist dann unter anderem davon abhängig, ob jemand nachweislich mit Corona infiziert war oder nicht.

Einreise aus den Niederlanden: Für Pendler gelten Ausnahmeregeln

Für Pendler, die berufsbedingt oder wegen ihres Studiums aus den Niederlanden zurückkommen, gibt es eine Ausnahmeregel bei der Einreise. Für sie ist ein negativer Test 72 Stunden gültig. Demnach müssen sie sich also bis zu zweimal in einer Arbeitswoche testen lassen.

Die gleiche Regel gilt für Pendler, die regelmäßig mehrmals pro Woche enge Familienangehörige (Verwandte 1. Grades, Ehegatte, Lebenspartner, Lebensgefährte, Kinder aufgrund geteilten Sorgerechts oder Umgangsrechts) in den Niederlanden besuchen und dann nach NRW zurückkehren. Reiserückkehrer müssen sich ebenfalls in sechs Tagen bis zu zweimal testen lassen.

Ausgenommen von der Testpflicht sind lediglich Durchreisende und Transporteure, die zwar aus den Niederlanden kommen, aber weniger als 72 Stunden in Deutschland bleiben. Von der Anmeldepflicht sind neben Durchreisenden zudem diejenigen befreit, die unter 24 Stunden in Deutschland bleiben.

Die neuen Regelungen dürften es für Menschen aus NRW nicht unbedingt attraktiver machen, die holländische Grenze zu passieren. Dabei lockte die Niederlande deutsche Touristen vor Kurzem noch zum Einkaufen in Roermond und Ter Huurne. - *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Young/dpa

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