Verkehrsübung an der Rast- und Tankanlage Münsterland-Ost

"Nicht gaffen - sondern machen": Wie verhalte ich mich beim Unfall?

Münster - Auffahrunfall auf der Autobahn 1 an der Rast- und Tankanlage Münsterland-Ost. Eine verletzte Person befindet sich eingeklemmt in einen der Wagen. Notarzt und Polizei sind alarmiert. Diese Szene, die sich häufig im täglichen Straßenverkehr ereignet, wurde am Mittwoch Nachmittag an der Raststätte Münsterland- Ost von der Polizei Münster nachgestellt. 

Mit dem Zweck Verkehrsteilnehmer für das richtige Verhalten zu sensibilisieren, führte die Feuerwehr Münster eine Bergung einer verletzten Person aus einem Pkw durch. Insgesamt elf Rettungskräfte waren an dem 30-minütigen „Einsatz“ beteiligt. Um die verletzte Frau aus dem demolierten Wagen zu bekommen, schneiden die Einsatzkräfte zunächst die Tür der Fahrerseite ab. Doch da die Verletzte im Fußraum des Wagens eingeklemmt ist, muss zudem das Dach des Wagens entfernt werden. 

Stefan Linnarz, von der Feuerwehr Münster erklärt, dass durch das fehlende Dach nun eine achsengerechte Herausnahme der Frau möglich ist. Diese sichert eine Entfernung des Opfers ohne zusätzliche Schäden, da bei der ersten ärztlichen Versorgung im Wagen nicht alle inneren Verletzungen zu erkennen sind. Während dieser Bergung wird gleichzeitig ein Sichtschutzzaun von der Polizei geordert, um Gaffern die Sicht zu versperren. Denn durch das langsame Tempo beim Gaffen entstehen Staus, in denen es schnell zu neuen Auffahrunfällen kommt. Der anschließende Abschleppdienst wird nach der Bergung ebenfalls von der Polizei gerufen. 

Nachgestellte Bergung an der Autobahn 1 bei Münster

Knapp 50 Interessierte nahmen an dieser nachgestellten Bergung am Mittwoch teil, um den Notfall kennenzulernen. Darunter Mitglieder des Fernfahrerstammtisches und weitere interessierte Familien. Doch wie kann man sich als Verkehrsteilnehmer richtig an einer Unfallstelle verhalten? Häufig steht die Angst, etwas falsch zu machen vor der Bereitschaft zu helfen. Doch „Helfen ist verpflichtend!“ erklärt Christoph Becker, Polizeihauptkommissar aus Münster. Man sollte bei einer Unfallstelle nicht einfach weiterfahren, da bei Verletzten jede Sekunde zählt. 

Nach Becker, sollte man als Helfer zuerst die Warnblinkanlage des eigenen Fahrzeugs einschalten, um andere Verkehrsteilnehmer auf den Unfall aufmerksam zu machen. Danach sollte man in ca. 150 Metern Entfernung das Warndreieck am rechten Standstreifen aufstellen, um danach den Notarzt zu verständigen. Durch diesen Anruf wird automatisch auch die Polizei alarmiert. Auch bei eigener Unsicherheit sollte man zum Opfer hin und mit ihm sprechen, um den Verletzten zu beruhigen, bis der Notarzt vor Ort ist. Denn „Die kleinste Hilfe ist besser als gar keine Hilfe!“, so Becker.

Quelle: wa.de

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