Neues KiBiz wird verabschiedet - Viele Verlierer?

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DÜSSELDORF - Eine Gesetzesreform soll die Qualität der nordrhein-westfälischen Kitas verbessern und die frühkindliche Sprachförderung neu ausrichten. Im Düsseldorfer Landtag steht an diesem Mittwoch die Verabschiedung des erneut geänderten Kinderbildungsgesetzes an.

Die rot-grüne Regierung will für mehr Bildungsgerechtigkeit und zur Entlastung der Erzieherinnen pro Jahr zusätzlich 100 Millionen Euro ausgeben. Laut FDP werden die Änderungen bei der Sprachförderung für viele Städte und Gemeinden trotzdem weniger Geld bedeuten. Vor allem Kinder aus dem ländlichen Raum seien die Verlierer der Reform, kritisierte der familienpolitische Sprecher Marcel Hafke vor der Verabschiedung.

Der umstrittene Sprachtest "Delfin 4" für Vierjährige in Kitas entfällt künftig. Statt des punktuellen Tests sollen Erzieherinnen durchgängig die Sprachentwicklung beobachten und dokumentieren. Bei einer Expertenanhörung im März war das ganz überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Viele forderten aber mehr Personal und eine zusätzliche Qualifizierung für die Erzieherinnen.

Die zum August wirksam werdende KiBiz-Novelle sieht jährlich 100 Millionen Euro für die rund 9000 Kitas vor. Je nach Größe können die Einrichtungen über die Jugendämter Personalpauschalen von 4000 bis 10.000 Euro erhalten - insgesamt 55 Millionen Euro und nachweislich zur Entlastung der Erzieherinnen einzusetzen. Die anderen 45 Millionen Euro sind für Kitas, die in ihrem Umfeld besonders viele Kinder aus bildungsschwachen Familien haben. Diese Sprachfördermittel sollen gezielt ankommen, wo sie benötigt werden, betont Familienministerin Ute Schäfer (SPD). "Das erreichen wir: 185 Jugendämter erhalten jetzt mehr Mittel als bisher."

Die FDP kritisierte dagegen, 112 Städte und Gemeinden - etwa Kleve, Herford, Remscheid, der Märkische Kreis oder der Kreis Soest - würden wohl demnächst weniger zur Verfügung haben als bislang. Der ländliche Raum sei besonders betroffen, monierte Hafke. Die CDU fordert mehr Unterstützung für Kitas und ihre Träger, um längere Öffnungszeiten anbieten zu können. Nötig seien zudem verlässliche Personalvertretungen bei Urlaub, Krankheit und Fortbildung. - lnw

Quelle: wa.de

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