Nazi-Demo am Nachmittag beendet

Ausnahmezustand in Dortmund: 600 Nazis und 5000 Gegendemonstranten

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Etwa 600 Nazis liefen durch die westliche Dortmunder Innenstadt.

[Update, 19.56 Uhr] Dortmund - Ausnahmezustand in der Dortmunder Innenstadt: Bei Demonstrationen gegen mehrere Hundert Rechtsextremisten ist es am Samstag vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen. Trotz einiger Unruhe ging es weitgehend friedlich zu.

Aus Polizeikreisen war von rund 600 Neonazis und rund 5000 Gegendemonstranten die Rede. Tausende Polizisten sind im Einsatz.

Friedlichen Gegenprotest gab es von einer vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierten Kundgebung. Rund 1000 Menschen setzten sich dabei mit Plakaten und Trillerpfeifen für ein buntes Dortmund ein. 

Die großen Gegendemonstrationen verlaufen friedlich.

Im Klinikviertel, durch das der von lauten Protesten begleiteten Nazi-Demonstrationszug führte, gab es vereinzelt Zwischenfälle mit Gegendemonstranten und Polizisten. Mehrere kleine Gruppen seien auf die Sperrstellen der Beamten zugelaufen, um diese zu überwinden, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.

Am Mittag verletzte sich eine Frau, als im Westpark Gegendemonstranten und berittene Polizei aufeinandertrafen. Der Twitter-Kanal #nonazido stellte ein kurzes Video von dem Einsatz online:

Die Nazi-Demo endete auf dem Sonnenplatz. Anwohner versuchten, den Rechtsrock der Nazis mit Topfschlagen zu übertönen. Gegen 17.10 Uhr endete die Kundgebung der Rechtsradikalen.

Seit dem Vormittag hätten mehrere Störergruppen versucht, die Sperren der Polizei zu überwinden. Des Weiteren sei es zu sogenannten "Laufspielen" gekommen, um die Polizei zu binden. Das linksautonome Bündnis "BlockaDO" sei bislang mit rund 2000 Teilnehmern vertreten.

Im Kreuzviertel, einem beliebten Cafe- und Kneipenviertel, herrschte wegen gesperrter Straßen Verkehrschaos. An der Möllerbrücke stand ein Wasserwerfer.

Bereits seit den frühen Morgenstunden kreiste ein Helikopter über der Innenstadt. Mittlerweile hat sich die Lage wieder normalisiert. Die meisten Nazis sind abgereist. Einige haben sich laut Polizei allerdings noch in den Stadtteil Dorstfeld aufgemacht, der als Nazi-Hochburg gilt.

Neonazi-Aufmarsch und Gegendemos in Dortmund

Die Dortmunder Polizei war bereits seit dem frühen Morgen im Einsatz und hatte Absperrungen mit Gittern und Fahrzeugen aufgebaut. Die Rechtsextremisten hatten sich zunächst am Hauptbahnhof versammelt, bevor sie zu ihrer Demonstrationsroute aufbrachen. Unter den Demonstranten waren auch Mitglieder der "Hooligans gegen Salafisten".

Einige der Demonstranten hätten mit verbotenen Ausrufen und dem Zeigen verfassungswidriger Symbole gegen die Auflagen verstoßen, sagte ein Polizeisprecher. Bei den Nazis wurden auch Vermummungsgegenstände und Waffen gefunden.

"Wir haben die Personen erkannt und werden diese nach der Demo strafrechtlich verfolgen." Die rechtsextreme Splitterpartei "Die Rechte" hatte die Demonstration unter dem Motto "Europa Erwache! Unser Europa ist nicht ihre Union!" angemeldet. 

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

https://www.soester-anzeiger.de/nordrhein-westfalen/nazi-demo-ausnahmezustand-dortmunder-innenstadt-9780290.html

Die Polizei war mit dem Versuch gescheitert, einen der beiden Vorsitzenden der Partei Die Rechte, Sascha Krolzig, als Redner auszuschließen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen argumentierte, der Funktionär habe Straftaten wie Volksverhetzungen, Propaganda und Gewaltdelikte bisher kaum im Rahmen von Versammlungen verübt.

Mehrere Hundert Gegendemonstranten sind ebenfalls in der Dortmunder Innenstadt unterwegs.

Eine Kundgebung des rechten Spektrums in Köln verlief am Samstag weitgehend friedlich. Etwa 200 Gegendemonstranten hätten sich an den Absperrgittern am Alter Markt versammelt und lautstark gegen die knapp 100 Teilnehmer der Kundgebung protestiert, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Polizei habe Strafanzeigen "im einstelligen Bereich" wegen Beleidigung und Vermummung gestellt. Nach Augenzeugenberichten waren es mehr als 400 Gegendemonstranten. Aufgerufen zur Gegendemo hatte das Bündnis "Köln gegen Rechts". - eB/dpa

Quelle: wa.de

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