Naturschützer: Nach Ölaustritt im Münsterland Speicher überprüfen

+
Ein Fachmann für Bodenanalysen geht an Bäuerin Claudia Sundermann vorbei, die von einem Fernsehteam interviewt wird.

GRONAU - Eineinhalb Wochen nach dem Ölaustritt an einem Kavernenspeicher im westlichen Münsterland stellen Naturschützer die Sicherheit der unterirdischen Speicher in Frage.

Angesichts der bisher vergeblichen Suche nach der Quelle für das in großen Mengen ausgetretene Rohöl, forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Mittwoch die Überprüfung aller Kavernenspeicher für Erdgas und Erdöl. "Der Vorfall zeigt, dass eine Langzeitsicherheit der Speicher offenbar nicht gewährleistet werden kann", teilte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen mit.

Am 12. April hatte ein Landwirt auf seiner Rinderweide in der Ortschaft Epe eine Lache aus dickflüssigem Wasser-Öl-Gemisch gefunden. Wie sich herausstellte, tritt das Öl auch an zwei weiteren Stellen aus dem Boden. Die Bezirksregierung Arnsberg als oberste Aufsichtsbehörde sperrte das Gebiet ab und untersucht seither systematisch den Boden. Bislang konnte das Leck nicht gefunden werden.

Die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen betreibt die riesigen Ölspeicher in mehr als 1000 Metern Tiefe in Hohlräumen, die durch den Abbau von Salz entstanden sind, sogenannten Kavernen. In direkter Nähe zu dem Ölfundort liegen zwei Naturschutzgebiete. Hier sei es allerdings nicht zu Verunreinigungen gekommen, so die Bezirksregierung.

Inzwischen sind 32 000 Liter Öl abgepumpt worden, wie die Betreiberin Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) am Donnerstag mitteilte. "Wieviel Öl aber insgesamt ausgetreten ist und woher es kommt, ist weiterhin unklar", sagte SGW-Sprecher Dirk Schulte. Weil der Druck von der Anlage genommen wurde, könne allerdings kein Öl nachfließen. Der Schaden habe schon jetzt einen zweistelligen Millionenbereich erreicht. - lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare