"Nachts im Zoo": Tierisches Vergnügen für alle Sinne

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Freundliche wie attraktive Begrüßung für unseren Redakteur Lars Becker.

MÜNSTER - Mit der neuerlichen Auflage des Events "Nachts im Zoo" haben Tierpark-Chef Jörg Adler sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allwetterzoos Münster wieder den Nerv der Menschen getroffen. Rund 5000 junge und erwachsene Besucherinnen und Besucher pilgerten am vergangenen Samstag, 6. September, zur Sentruper Straße.

Von Lars Becker

Schon auf dem Weg zum Allwetterzoo wird angesichts der Automassen klar: "Nachts im Zoo" zieht. Die Autokennzeichen aus ganz Westfalen sprechen für sich. Vor den Kassen haben sich lange Schlangen gebildet - für 16,90 Euro (Erwachsene) bzw. 8,90 Euro (Kinder von 3 bis 14 Jahre) wollen viele Familien, aber auch junge Cliquen die einmalige Atmosphäre erleben.

Afrikanische Klänge und Gesang verkürzen die Wartezeit. Wer nicht mit dem Fuß wippt oder mit den Hüften wackelt, ist fehl am Platze.

Attraktive, leicht bekleidete junge Damen mit Federschmuck verteilen die speziellen Zoopläne, die verraten, welche Extras es wo zu bestaunen geben wird. Dazu dieses herzliche Lächeln - man(n) fühlt sich gleich willkommen. Ein Erinnerungsfoto muss her!

"Nachts im (Allwetter-) Zoo" in Münster (hier klicken zum Vergrößern)

Viele Gäste haben Rucksäcke dabei - vornehmlich für den flüssigen Proviant, der in den nächsten vier Stunden bei angenehmen Temperaturen ohne jeden Regentropfen genossen werden darf.

In der Luft liegt eine spannende Mischung aus Rauch, Kerzen-, Popcorn- und Mandelduft, der sich an den Freigehegen mit dem "normalen" tierischen Geruch verbindet. Nein, an einem gewöhnlichen "Tageslicht-Zootag" nimmt man das gewiss nicht so stark wahr.

Die Menschenmassen verteilen sich schon kurz hinter dem Eingangsbereich so, dass nicht der Eindruck entsteht, es wäre unglaublich voll. Hier bei den Nasen-, Braun- und Malaienbären versuchen Mädchen und Jungen, mit einem kleinen Hammer Süßigkeiten aus einem dicken Eisblock zu meißeln.

Die Elefanten in ihrem Freigehege - perfekt "getarnt".

Daneben gibt es Fotos mit den Plüschbären, in der Arena am Pferdemuseum werden Schaubilder gezeigt und Wissen vermittelt. Das gilt so genauso für den Robbenhaven, wo die Stuhlreihen bis nach 22 Uhr durchweg gut gefüllt sind.

Zumindest die Bären scheinen sich sehr darüber zu wundern, warum trotz der rasanten Dämmerung die Schar der Menschen nicht abnimmt. Ganz im Gegenteil: Immer wieder erhellt das Blitzlicht von Kamera und Handy den Abend - zu stören scheint es die Tiere allerdings nicht. Auch die Pinguine kommen ganz weit nach vorne, fast so, als wollten sie sich aus der Nähe bewundern oder gar streicheln lassen.

Noch gefüllte oder auch schon ausgeblasene Straußeneier zum Anfassen! Von Tierpflegern gab es dazu spannende Erläuterungen für Kinder und Erwachsene.

Richtig nah ran dürfen die Besucher bei den Giraffen. Als die Pfleger die Äste mit leckeren Blättern verteilen wollen, ist der Andrang riesengroß. Den "Laubfressern" scheint es zu gefallen: Neugierig stecken sie die Köpfe zu den Besuchern und lecken so manche Hand ab - das ist "Zoo hautnah". Im Tropenhaus gibt es Mehlwürmer und Heuschrecken, also Lebendfutter, zum Anfassen. Andernorts dürfen Straußeneier angefasst werden. Wahnsin, wie groß die Eier und wie dick die Schalen sind!

Anderen Tieren ist der Trubel egal. Die Tiger schlafen in Seelenruhe, haben den Besuchern den Rücken zugedreht. Die Nashörner verstecken sich weit hinten in ihrem Areal - und die Elefanten sieht man in ihrer illuminierten Felslandschaft kaum. Kein Wunder: Grau vor Grau - da bleibt kein Platz für große Kontraste.

Das Füttern der Giraffen war für viele Kinder eines der Highlights.

Nicht nur Tiere begeistern: Der Fuhrpark des Allwetterzoos mit Kehrmaschine, Traktoren und Anhängern zieht Jungen wie Mädchen gleichermaßen an. Im Minutentakt sitzen andere Kids auf den Fahrersitzen, ziehen hier einen Hebel und drücken dort einen Knopf - klasse.

Und immer wieder ertönt Musik. Und immer wieder entdecken die Augen etwas Neues. Und immer wieder staunt man über die unvergleichliche Atmosphäre aus Lichtspiel und Showdarbietung abseits der Gehege.

Afrikanische Bongo-Klänge direkt neben dem Feuerkorb.

Es ist ein tierisches Vergnügen, das aber auch Aufmerksamkeit erfordert. Denn hier flitzt eine kleine Maus über den Weg, dort sitzen ein paar Frösche und an der Ecke kriechen Nacktschnecken entlang. Und wer will schon "Nachts im Zoo" ein Tierleben riskieren?

Angesichts des Besucherandrangs wird der Allwetterzoo die Reihe 2015 fortsetzen - alles andere wäre falsch. Interessierte sollten die Internetseite oder den facebook-Auftritt im Auge behalten: Hier werden alle Termine und Aktionen vorgestellt.

Unser Fazit: Daumen hoch! Ein lohnenswerter Ausflug, der zwar nicht ganz günstig ist. Aber einmalig ist so ein Abend allemal.

Fotostrecke: "Nachts im (Allwetter-)Zoo" in Münster

"Nachts im (Allwetter-) Zoo" in Münster

Quelle: wa.de

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