Nach dem tödlichen Unfall 

Unfallopfer sagt aus: Diese neuen Anzeichen sprechen für ein illegales Autorennen

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Der gelbe Auto soll an dem möglichen Rennen beteiligt gewesen sein.

Soest/Sundern - Gut zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall auf der Bundesstraße 229 zwischen Balve und Sundern im Bereich der Kreisgrenze verdichten sich die Anzeichen, dass ein illegales Autorennen mit Beteiligung eines Soesters der Auslöser für den tödlichen Frontalzusammenstoß war.

So konnte die gemeinsame Ermittlungskommission der Staatsanwaltschaft Arnsberg und der Polizeibehörde Hochsauerland mittlerweile die Fahrerin des VW Golf befragen, die bei dem Crash wie drei weitere Personen schwerst verletzt worden war

„Die Frau berichtete, dass kurz bevor der Audi frontal in ihr Auto krachte, ihr auch der rote Porsche (des Soesters) entgegen gekommen sei“, sagte ein Sprecher der Polizeibehörde Hochsauerlandkreis auf Anfrage. Eine Frau aus Neheim (70), die ebenfalls in dem Golf gesessen hatte, verstarb noch an der Unfallstelle.

"Ein Indiz, das ins Gesamtbild passt"

Das deute auf ein illegales Autorennen zwischen dem Porsche dem Audi im Vorfeld des folgenschweren Unfalls hin: "Das ist ein Indiz von mehreren, das ins Gesamtbild passt. Es spricht einiges für ein illegales Autorennen", erklärte Thomas Poggel, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Arnsberg.

Bislang hatten weitere Zeugen bereits berichtet, dass der Porsche und der Audi über eine längere Strecke gegenseitig versucht haben sollen, sich mit hoher Geschwindigkeit zu überholen.

Schwerer Verkehrsunfall zwischen Balve und Sundern

Nach dem Unfall war der Fahrer des roten Porsche, ein 57-jähriger Mann aus Soest, zunächst geflüchtet, hatte sich dann aber bei der Polizei gemeldet. Eine Aussage zu den Geschehnissen verweigert er allerdings weiterhin. Der Fahrer des Audi, ein 41-jähriger Hemeraner, der bei dem Crash leicht verletzt wurde, hatte zum Zeitpunkt des Unfalls einen Alkoholgehalt von mehr als einem Promille im Blut.

Unfallautos werden untersucht - Gutachten wird erwartet

Allerdings ist es noch nicht bewiesen, dass ein 41-Jähriger aus Hemer und ein 57-Jähriger aus Soest, sich auf der Bundesstraße zwischen Sundern-Hövel und Balve-Beckum mit ihren Autos duellierten. 

Vor einer Anklage der Staatsanwaltschaft – möglich sind fahrlässige Tötung, Teilnahme an einem verbotenen Autorennen und Gefährdung des Straßenverkehrs – werde laut Aussage des Polizeisprechers aber zunächst ein Gutachten abgewartet. So untersuche ein Experte derzeit die beiden Unfallfahrzeuge, um unter anderem festzustellen, wie schnell die Autos zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes unterwegs waren. „Wann die Ergebnisse vorliegen, können wir derzeit nicht sagen. Das hängt von der Arbeit des externen Gutachters ab“, sagte der Polizeisprecher.

"Unwahrscheinlich, dass weitere Personen etwas anderes gesehen haben"

Darüber hinaus stehen auch noch die Befragungen der drei weiteren Insassen des VW Golf aus, weil diese sich laut noch im Krankenhaus befinden. Die Staatsanwaltschaft verspricht sich davon aber eher keine neuen Erkenntnisse: "Der Fahrer sieht am meisten, daher ist es unwahrscheinlich, dass die weiteren Personen etwas anderes gesehen haben", schilderte Poggel.

Vor der Katastrophe am Abend des 1. August war der rote Porsche nach Auskunft der Polizei im Hönnetal wohl schon mehrfach wegen seiner riskanten Fahrweise aufgefallen. Am 29. Juli, also drei Tage vor dem Unfall, hatten mehrere Zeugen einen Porsche dieser Farbe auf der selben Straße gesehen, der in einer lang gezogenen Rechtskurve ein anderes Fahrzeug überholte. 

Ein entgegenkommender Motorradfahrer mit seiner Sozia konnte einen Zusammenstoß nur scharfes Abbremsen und Ausweichen verhindern. Nachdem die Polizei Zeugen dieses Vorfalls gebeten hatte, sich zu melden, gibt es nun einen weiteren Geschädigten. „Der Zeuge berichtete über rücksichtsloses Verhalten im Verkehr eines roten Porsche. Das Ganze hat sich ebenfalls im Hönnetal abgespielt und auch in diesem Fall ermitteln wir “, sagte der Polizeisprecher, der Details nicht nennen wollte.

Quelle: wa.de

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