Schulze Föcking im Video-Interview

NRW-Ministerin macht sich Bild im Kreis Soest: Das sind die Folgen von Sturmtief "Friederike"

+

[Update 17.13 Uhr] Ense - Christina Schulze Föcking, NRW-Umweltministerin ist am Donnerstagmittag in den Kreis Soest gekommen, um sich beispielhaft ein Bild von den Schäden zu machen, die Sturmtief "Friederike" verursacht hat. Wir haben sie begleitet - und zum Interview gebeten.

Sturmtief „Friederike“ richtete in der Wäldern Nordrhein-Westfalens zwar „nur“ ein Zehntel des Schadens an, den „Kyrill“ vor elf Jahren hinterließ, doch an den Stellen, an denen der Orkan vor knapp einer Woche wütete, langte er besonders zu. 

Um sich ein Bild des Schadens zu machen, besuchte NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU) am Donnerstag drei Waldbesitzer aus dem Kreis Soest in Ense-Gerlingen. Als die Ministerin am Mittag am Rande eines Waldgebiets in Ense-Gerlingen aus ihrer schwarzen Dienst-Limousine stieg, hatte sie sich bereits mit festem Schuhwerk ausgerüstet – sie ahnte, welcher Anblick sie nun erwarten würde. 

Ihre ersten Schritte führten direkt vom matschigen Waldweg ins Zentrum der Zerstörung: „Wenn Bäume vor einem liegen, die einfach abgeknickt sind wie Streichhölzer, wird einem bewusst, was hier für ein Sturm getobt und welche Gewalt auf die Bäume eingewirkt hat. Das tut weh“, kommentierte sie ihren ersten Gedanken vor Ort. 

Ministerin Schulze Föcking im Interview

Schmerzen bereite dieser Anblick auch Rita Schilling. Zwei Flächen ihres Waldes mit 100- und 70-jährigen Fichten wurden am Donnerstag vor einer Woche von „Friederike“ heimgesucht und verwüstet. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass uns der Sturm so heftig trifft“, erklärte die Waldbesitzerin. Bei „Kyrill“ seien ihre Waldflächen fast komplett verschont geblieben: „Damals sind zwei oder drei Bäume umgefallen, das war lächerlich im Vergleich zu jetzt.“

Umwelt-Ministerin Schulze-Föcking begutachtet Sturmschäden in Ense-Gerlingen

Als sie den Totalschaden im eigenen Wald realisierte, herrschte zunächst einmal Leere in ihrem Kopf: „Ich war fassungslos und fühlte mich einfach machtlos.“ In einer ersten Waldschadensbilanz des NRW-Umweltministeriums schätzten Regionalforstämter die Windwurfschäden auf eine Größenordnung von rund 1,4 Millionen Festmetern auf 5000 Hektar Waldfläche. Zum Vergleich: „Kyrill“ hatte vor fast genau elf Jahren einen Schaden von etwa 15,7 Millionen Festmetern in NRW verursacht.

Nach Orkan "Friederike": Das sind die Bilder aus NRW

Der Hauptschaden mit zirka einem Drittel der Gesamtmasse war im Regionalforstamt Hochstift zu verzeichnen. Stark betroffen waren auch die Bereiche Soest-Sauerland, Ostwestfalen-Lippe und das Münsterland.

Auch die Wälder von Baron Schorlemer aus Lippstadt und Friedrich August Graf von Plettenberg aus Lippetal Hovestadt fielen dem Sturm zum Opfer. „Wenn vor so einem Sturm gewarnt wird, will man es nicht wahrhaben. Als ich jedoch die ersten Dachpfannen fliegen sah, wusste ich genau, was mit meinem Wald passiert“, erinnerte sich von Plettenberg. Zwei Jahreseinschläge seines Privatwaldes habe „Friederike“ ihm geraubt. 

Baron Schorlemer schätzt den Schaden auf seinen Waldflächen auf rund 600 zerstörte Festmeter. „Die Beseitigung dieser Gefahrenbäume und die Wiederherstellung der Funktion der Infrastruktur haben jetzt Vorrang. Da noch nicht alle Flächen betreten werden konnten, kann sich die Bilanz der Schäden durchaus noch erhöhen.“ 

Revierförster Allan Mitchell unterstrich: „Das ist derzeit eine gewaltige Herausforderung für alle Waldarbeiter. Da einige Bäume noch nicht komplett umgekippt sind oder unter enormer Spannung stehen, kann die Arbeit im Wald lebensgefährlich werden.“ 

Daher werden werden viele Waldgebiete auch in den kommenden Wochen weiter für Spaziergänger gesperrt bleiben. „Ich appelliere, auch in nicht gesperrten Wäldern besonders vorsichtig und umsichtig zu sein“, rief Schulze Föcking zur Achtsamkeit auf.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare