Nach Säureanschlag: Moskauer Ballettchef kommt nach Aachen

AACHEN/MOSKAU - Gut zwei Wochen nach einem Säureanschlag will der verletzte Moskauer Ballettchef Sergej Filin vom berühmten Bolschoi Theater an diesem Montag zur weiteren Behandlung nach Deutschland fliegen.

"Es gibt eine Vereinbarung mit einer Klinik in Aachen, wohin eigens auch zwei Spezialisten aus Köln anreisen", sagte der 42-Jährige am Sonntag der Zeitung "Wetschernjaja Moskwa" (Online). Der Künstler war in Moskau mehrmals operiert worden.

Mehr als zwei Wochen nach der Attacke verließ er am Montag das Krankenhaus in Moskau. Direkt im Anschluss wollte er zur weiteren Behandlung nach Aachen reisen.

"Ich fühle mich sehr gut. Ich bin voller Kraft und absolut gesund", sagte der 42-Jährige am Montag der Agentur Interfax. Der Künstler schützte seine verätzten Augen, die nach dem Attentat mehrfach operiert worden waren, mit einer Sonnenbrille. "Ich öffne nur manchmal die Augen, aber sehe Dinge nur verschwommen und vage", sagte Filin.

Zu den möglichen Tätern wollte Filin sich nicht äußern. "Ich hoffe, dass nicht nur ich, sondern auch die Gesellschaft schon bald die Antwort auf alle Fragen kennen werden." Ein Unbekannter hatte dem Ballettchef am 17. Januar Säure ins Gesicht geschüttet. Die Polizei vermutet das Motiv im beruflichen Umfeld des Künstlers. Filin entscheidet seit März 2011 über begehrte und lukrative Rollenbesetzungen in dem weltweit bekannten Bolschoi-Theater.

Der Ex-Tänzer kündigte an, auch während seines Aufenthaltes in Deutschland eng mit seiner Vertreterin und Ex-Frau Galina Stepanenko zusammenzuarbeiten. Er lasse sich über alle Vorgänge an dem Musentempel regelmäßig informieren, sagte Filin. -dpa/lnw

Quelle: wa.de

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