Nach Spiel in Hamburg

Ermittlungen gegen Fans nach Randale im BVB-Zug 

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Eine Sitzbank warfen die BVB-Fans bei voller Fahrt aus dem Zug.

HAMM/DORTMUND - Bundespolizei und Staatsanwaltschaft haben nach Ausschreitungen von BVB-Fans Ermittlungen aufgenommen. Anhänger des Dortmunder Bundesligisten hatten am Samstag in einem Sonderzug nach Dortmund und im Hammer Bahnhof randaliert.

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Dass es im Umfeld des Bundesligaspiels des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund (0:0) zu Problemen kommen könnte, muss die Bundespolizei geahnt haben: Die Direktion Hannover erließ im Vorfeld eine so genannte Allgemeinverfügung, die für die An- und Abreise mit der Bahn die Mitnahme von Glasflaschen, Pyrotechnik und Waffen verbietet.

Das galt nach Angaben eine Polizeisprechers ausdrücklich auch für die Fahrgäste des Fußballsonderzugs, der sich am Samstag von Dortmund (9.30 Uhr) und Hamm (9.51 Uhr) auf den Weg nach Hamburg machte. Von Polizisten begleitet wurde die Fahrt aber offenbar nicht.

Fotos der Bundespolizei aus dem demolierten Zug:

BVB-Fans demolieren Fanzug nach Spiel in Hamburg

Unklar ist deshalb, ob die randalierenden Borussen einer bestimmten Fangruppe angehören. Als der Zug Hamburg um 19.24 Uhr wieder verließ, waren die Fans an Bord ob des trostlosen Unentschiedens ihres Vereins jedenfalls so schlechter Laune, dass sie das Mobiliar auseinander nahmen.

Beamte der Hammer Polizei eilten der Bundespolizei am Samstagabend zur Hilfe.

Als der Zug gegen 21.25 Uhr den Osnabrücker Bahnhof ohne Halt mit Tempo 110 passierte, schmissen die Borussen eine Sitzbank aus dem Fenster. Nur ein massiver Metallpfeiler verhinderte, dass ein 50-jähriger Bahnmitarbeiter getroffen wurde.

Bahnbetrieb eine Stunde erlahmt

In Hamm, wo der Zug um 22.22 Uhr eintraf, waren es dann „normale“ Jugendliche, die die BVB-Anhänger so in Rage brachten, dass sie aus den Wagen stürmten und den gesamten Bahnbetrieb für eine halbe Stunde zum Erliegen brachten.

Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt

Die Ermittlungen führt nun die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Die Bundespolizei begann inzwischen mit der Befragung von Zeugen und der Sichtung von Beweismaterial. Ob es dabei auch um Videoaufzeichnungen vom Hammer Bahnhof geht, ist unklar: Deutsche Bahn und Bundespolizei gaben darüber gestern „aus grundsätzlichen Erwägungen“ keine Auskunft.

Zeugen werden gebeten, sich mit der Bundespolizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800-6-888-000 in Verbindung zu setzen.

Quelle: wa.de

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