Essen gegen Duisburg

Randale beim Pokalderby: Drastische Strafen drohen

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Während des Niederrheinpokals in Essen haben Duisburger Fans Bengalos im Block gezündet.

ESSEN - Randalierende Fans auf dem Spielfeld und brennende Feuerwerkskörper hätten beim Pokalderby zwischen Essen und Duisburg beinahe zu einem Spielabbruch geführt. Nun drohen drastische Strafen.

Nach den Ausschreitungen beim Lokalderby zwischen Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg haben die Verantwortlichen der Vereine das Zuschauer-Verhalten scharf verurteilt. "Am liebsten würde ich diesen Leuten ins Gesicht sagen: Verpisst euch! Ihr macht unseren Sport kaputt", sagte Essens Präsident Michael Welling am Mittwoch drastisch. Beim Halbfinale des Niederrheinpokals, das Duisburg schließlich mit 3:0 (1:1, 0:0) im Elfmeterschießen gewann, wäre es am Dienstagabend wegen massiver Ausschreitungen fast zum Spielabbruch gekommen. Beide Clubs müssen laut Auskunft des Fußball-Verbandes Niederrhein (FVN) vom Mittwoch mit Strafen rechnen.

"Das geht jetzt seinen normalen Gang. Der Pokalspielleiter macht eine Meldung an die Spruchkammer. Sie wird dann Stellungnahmen der Clubs einholen und entsprechende Strafen aussprechen", erklärte FVN-Sprecher Peter Hambüchen auf Anfrage. Er rechnet mit einer Verfahrensdauer von zwei bis drei Wochen. "Die Spruchkammer ist derzeit ziemlich überlastet."

MSV-Präsident Udo Kirmse versicherte, dass der Club die Aufklärung der Geschehnisse voll unterstütze. "Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel und alle polizeilichen Möglichkeiten nutzen, um diese Leute ausfindig zu machen und mit Stadionverboten zu belegen."

Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger, der als gebürtiger Duisburger und MSV-Fan im Stadion war, verurteilte die stets von einer Fan-Minderheit ausgelöste Randale. "Wir sind im ständigen Dialog mit den Fankurven und auch in Gesprächen mit der DFL. Ich erwarte, dass sich die Fankurven gegen Gewalttäter solidarisieren."

Nach friedlicher erster Spielhälfte hatten zunächst die Duisburger Fans zum Ende der Halbzeitpause den ersten Ärger und Feuerwerkskörper im Block gezündet. Weil die MSV-Profis die Lage in der Kurve beruhigten, konnte die zweite Spielhälfte mit kurzer Verspätung angepfiffen werden. In der 77. Minute durchbrachen dann Fans im Essener Block ein Fluchttor und wollten den Platz stürmen. Hunderte Polizisten konnten durch schnelles Eingreifen jedoch das Schlimmste verhindern. Dennoch musste die Partie von Schiedsrichter Guido Winkmann 31 Minuten unterbrochen werden, bevor sie noch zuende gebracht werden konnte. - lnw

Quelle: wa.de

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