Verdacht der Teilnahme an illegalem Autorennen

Mutmaßliches Autorennen mit Todesopfer in Moers: Einer der Fahrer mit Freunden unterwegs

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Unfall bei mutmaßlichem Autorennen

[Update 15. Mai, 14.49 Uhr] Moers - Bei dem mutmaßlichen Autorennen in Moers, bei der eine unbeteiligte Frau ums Leben kam, saßen der Staatsanwaltschaft Kleve zufolge in einem Auto noch drei Freunde des Fahrers. Die Drei hätten letztlich ausgesagt, wer bei dem mutmaßlichen Rennen am Ostermontag in einem Wohngebiet in Moers am Steuer saß.

In einem Bericht der NRW-Landesregierung für den Innenausschuss hieß es am Mittwoch, bislang stütze sich der Tatverdacht gegen den Mann "lediglich" auf Zeugenaussagen. Die Staatsanwaltschaft gab auf Nachfrage an, dass es sich bei den Zeugen um Freunde eines Fahrers handele. Gegen den 21-Jährigen werde wegen Verdachts der Teilnahme an einem illegalen Autorennen ermittelt. 

Es bestünden Zweifel, dass er so stark beschleunigt habe wie der Unfallfahrer, durch den eine 43-jährige Frau ums Leben gekommen sein soll. Der genaue Ablauf des Tatgeschehens sei Gegenstand der andauernden Ermittlungen. 

Unfallfahrer steht unter Mordverdacht

Dagegen steht der Unfallfahrer unter Mordverdacht, er sitzt in Untersuchungshaft, nachdem er sich nach einer groß angelegten Fahndung der Polizei selbst gestellt hatte. Die gleichaltrigen Beschuldigten hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher geschwiegen. 

Bei einem Überholmanöver soll der mutmaßliche Unfallfahrer, der keinen Führerschein hat, mit dem Kleinwagen der 43-Jährigen zusammengestoßen sein als sie an einer Kreuzung in die Straße einbog. 

Der Beschuldigte sei erst weitergefahren und habe sich dann zunächst in einem Garten versteckt. Sein Bruder, der das Auto normalerweise nutze, habe das Fahrzeug am Abend bei der Polizei als gestohlen gemeldet. Gegen ihn werde wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

Die Unfallstelle nach dem mutmaßlichem Autorennen. 

200 Menschen gedenken der Verstorbenen

Mehr als 200 Menschen hatten der tödlich verunglückten unbeteiligten 43-Jährigen gedacht. Die trauernden Menschen legten Blumen an der Unfallstelle nieder.

Mutmaßlich illegales Rennen 

Rückblick: Am Abend des Ostermontags hatten sich zwei Autofahrer mutmaßlich ein illegales Rennen in einer "schmalen Straße" geliefert. Einer der beiden sei in den Gegenverkehr gefahren und in einer Kreuzung mit dem Wagen einer 43-Jährigen kollidiert. 

Weiße Markierungen durch die Polizei auf der Straße zeigen den Unfallhergang nach einem mutmaßlichen Autorennen.

Er sei daraufhin ausgestiegen und davongehumpelt. Der zweite Fahrer habe zwar rechtzeitig abbremsen können, sei nach dem Unfall aber weitergefahren. Die unbeteiligte Autofahrerin ist nach dem Unfall ihren Verletzungen erlegen. 

Ähnlichkeit zu anderen Raser-Fällen

Das mutmaßliche Rennen in Moers erinnert an andere Fälle - etwa an die sogenannten Kudamm-Raser in Berlin. 

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Tödliche Raserei im Sauerland

Die beiden Männer waren im Februar 2016 über den Kurfürstendamm gerast, ein unbeteiligter 69-Jähriger kam dabei ums Leben. Das Berliner Landgericht verurteilte die Männer im März 2019 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrer den Tod des Rentners billigend in Kauf nahmen. Die erste Verurteilung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben. - dpa

Quelle: wa.de

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