Nach Lagerhallen-Brand: Asbest-Alarm in Duisburg

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DUISBURG - Asbest-Alarm in Duisburg: Nach dem Brand einer Lagerhalle am Samstag hat die Polizei im Umkreis von rund 500 Metern Straßen und Parkplätze abgesperrt.

Es ist Samstag, Einkaufstag. Doch statt an der Kasse stehen die Menschen in Duisburg-Rheinhausen an diesem Samstag bei der Feuerwehr an - um ihr Auto reinigen zu lassen. Nach dem Brand einer Lagerhalle ist in der Umgebung Asbeststaub festgestellt worden. Mit einem Schlauch stehen zwei Feuerwehrmänner an einer provisorischen Schleuse und spritzen einen Kleinwagen ab. Die Polizei hat das Gebiet in einem Radius von 500 Metern abgesperrt. Ohne eine Dusche von der Feuerwehr kommt hier keiner raus.

Die Geschichte des gefährlichen Staubs beginnt am frühen Samstagmorgen um 3.40 Uhr. Ein Bürger meldet den Brand einer Lagerhalle. Ein Reptilienhandel, eine Computerfirma, ein Lebensmittelhandel und eine Kunststofffirma sind darin untergebracht. Die Polizei berichtet von meterhohen Flammen und Verpuffungen.

Eine Rauchwolke zieht über den Rhein bis zur Innenstadt. Eine Gefahr für die Anwohner? Negativ, sagt die Polizei. Messungen der Feuerwehr hätten ergeben, dass zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung bestanden habe, heißt es in der Polizei-Mitteilung.

Gegen Mittag ist der Brand gelöscht. Fotos zeigen die Lagerhalle, die verkohlt und stark zerstört ist. Dann kommt die schlechte Nachricht: Experten von Feuerwehr und Umweltamt haben Asbest im Dach der Halle entdeckt. Erneute Messungen der Feuerwehr zeigen nach Angaben der Polizei, dass der niedergegangene Ruß Asbeststaub enthält.

Die Polizei sperrt daraufhin Straßen und Parkplätze. In dem betroffen Bereich befinden sich ein Einkaufszentrum, eine Sporthalle, ein öffentlicher Bolzplatz, ein Schrebergarten sowie weitere Geschäfte. Die Feuerwehr rückt mit Schläuchen an, um Fahrzeuge zu säubern. So soll verhindert werden, dass sich der Staub in der ganzen Stadt verteilt.

Wie groß ist die Gefahr für die Bevölkerung? Sowohl der Aufenthalt in Räumen als auch im Freien sei nicht gefährlich, erklärt die Stadt Duisburg. Es handele sich um feinfaseriges Asbest, das in kleinen Stücken verwirbelt worden sei. Solange diese Stücke nicht berührt oder bewegt würden, bestehe keine Gefahr. Allerdings sollten Spiel- und Sportplätze sowie Kleingärten in dem betroffenen Gebiet vorerst nicht betreten werden.

Erst vor rund sieben Wochen hatte es einen Asbest-Alarm in der niederländischen Stadt Roermond gegeben: Auch da war beim Brand einer Lagerhalle Asbest ausgetreten, auch da war der Stoff im Dach verbaut. Das Stadtzentrum von Roermond wurde damals zum großen Teil abgeriegelt. Hilfskräfte und Spezialfirmen in Schutzanzügen suchten in der Sperrzone nach Asbest-Resten.

Asbest zerteilt sich in feine Fasern, die leicht eingeatmet werden können. Das kann zu einer chronischen Entzündung der Lunge führen und letztlich Krebs verursachen. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland verboten - doch in älteren Gebäuden findet sich der Stoff noch immer.

In Duisburg ist die Feuerwehr noch am frühen Abend damit beschäftigt, den gefährlichen Staub wegzuspülen. Eine Spezialfirma soll in den kommenden Tagen betroffene Kleingärten sowie Spiel- und Bolzplätze reinigen. - lnw

Quelle: wa.de

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