Nach Herztod in JVA Werl: Ermittlungen gegen Beamten

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Tod in JVA Werl: Gefangener war herzkrank

[Update 14.20 Uhr] Werl - Nach dem plötzlichen Herztod eines 59-Jährigen in der Justizvollzugsanstalt Werl hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen JVA-Beamten aufgenommen. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat ein Beamter ausgesagt, dass einer seiner Kollegen den Gefangenen auf dem Weg in einen gesonderten Haftraum getreten habe. Der Häftling soll zuvor einen Beamten angegriffen haben.

Mehr als diesen Vorwurf gegen den Beamten gebe es jedoch derzeit nicht, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Arnsberg, Oberstaatsanwalt Thomas Poggel, gegenüber unserer Zeitung: „Bislang wurde diese Aussage von keinem weiteren Zeugen bestätigt."

Auch die Obduktion habe keinerlei Indizien dafür geliefert. Poggel: „Wenn es diese nicht gerechtfertigten Tritte gab, können sie somit nicht erheblich gewesen sein. Auch aus den Spuren der Fixierung und des Transportes in den Haftraum, lässt sich keine Zusammenhang zum Tod ableiten. Weiterhin spricht alles für ein plötzliches Herzversagen des Häftlings.“

Der JVA-Beamte stehe somit nicht in Verdacht, für den Tod des Mannes verantwortlich zu sein. 

Kritik am Justizminister

Auf Antrag der SPD-Fraktion war das Geschehen in Werl am Dienstag auch Thema im Rechtsausschuss des Landtags. Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte, dass es Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt gibt. 

Die SPD kritisierte Justizminister Peter Biesenbach (CDU). Dieser habe noch am 5. November dem Parlament mitgeteilt, dass „der Sterbefall zu Maßnahmen der Dienstaufsicht keinen Anlass gegeben habe.“ Der Minister entgegnete, dass er den Ausschuss über die Ermittlungen ohnehin unterrichten wollte.

Gefangener "hätte jederzeit tot umfallen können"

Ende Oktober war der 59-Jährige einen Tag nach der Einlieferung ins Gefängnis gestorben.  Bei der Obduktion des Toten war ein Gerinnsel in einem Stent entdeckt worden, aufgrund dessen er „jederzeit hätte tot umfallen können“, so Poggel. 

JVA Werl: 59-Jähriger stirbt in seiner Zelle

Aussagen zu möglichen gesundheitlichen Problemen und ärztliche Untersuchungen hatte der Mann, der nur eine hunderttägige Haftstrafe als Ersatz für eine nicht gezahlte Gelstrafe antreten sollte, vehement verweigert.

Mehrfach bestätigt, sogar von Mitgefangenen, sei laut Poggel der Angriff des 59-Jährigen auf einen JVA-Beamten. Daraufhin war er überwältigt und in einen einen besonders gesicherten Haftraum gebracht worden, wo er wenig später das Bewusstsein verlor und starb. - mit dpa-Material

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Quelle: wa.de

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