Nach deutschem EM-Sieg Prügeleien und Autokorso-Probleme in NRW

DÜSSELDORF/SIEGEN - Nach dem deutschen EM-Sieg im Viertelfinale gegen Griechenland ist es in Nordrhein-Westfalen zu Schlägereien, Gefahr durch Bengalos und Autokorso-Problemen gekommen.

Die Polizei berichtete am Samstag vielerorts, die Autofahrer feierten immer extremer, und kündigte härteres Durchgreifen an.

In Siegen meldete die Polizei am Freitagabend zehn Schlägereien mit sieben Verletzten. In Siegburg randalierte ein Betrunkener, in Troisdorf wurden Autos und Busse beschädigt. In Hilden, Langenfeld und Velbert nahm die Polizei neun Randalierer vorübergehend fest, vier Beamte erlitten leichte Verletzungen. "Derartige Gewalttätigkeiten werden wir nicht hinnehmen. Wir werden uns auf das Halbfinalspiel entsprechend vorbereiten", sagte Reiner Schiffer von der Kreispolizei Mettmann.

Auch im Kreis Recklinghausen kam es zu Schlägereien und Festnahmen, außerdem wurde ein Kind durch ein Bengalo-Feuerwerk verletzt. In mehreren Städten beklagte die Polizei Rücksichtslosigkeit bei Autokorsos. In Siegen standen Fans auf Autodächern und Anhängern, die Siegburger Innenstadt war anderthalb Stunden blockiert.

Ganz überwiegend war die Stimmung bei den vielen Public Viewings in NRW aber entspannt. In Essen und Münster feierten die Fußballfans ausgiebig, aber friedlich, so die Polizei. "Hier und da flogen ein paar Knaller", sagte ein Sprecher in Münster.

Im Essener Ausgehstadtteil Rüttenscheid veranstalteten rund 5000 Fans eine Jubelfeier. "Wenn davon 2000 betrunken sind, bleibt es nicht aus, dass die nicht mehr auf die Polizei hören. Wir hatten aber keinen Einsatzschwerpunkt", so ein Essener Beamter.

In Düsseldorf verliefen die Autokorsos der Polizei zufolge "völlig im Rahmen. Es wurde gehupt und gewunken, mehr nicht." Auch Köln und Bielefeld erlebten friedfertige glückliche Fans. Es gebe keinen Anlass, für das Halbfinalspiel der Deutschen vonseiten der Polizei aufzurüsten, hieß es bei der Bielefelder Leitstelle.

Gute Stimmung herrschte trotz der Niederlage ihrer Mannschaft bei der Griechischen Gemeinde in Köln, einem Kulturverein. Rund 50 Fans der Blau-Weißen waren in den Vereinsräumen in Köln-Ehrenfeld zusammengekommen, um ihrer Mannschaft die Daumen zu drücken. Nach Spielende ging die Feier munter weiter. Kaum einer hatte wirklich mit einem Sieg für Griechenland gerechnet. - lnw

Quelle: wa.de

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