Uni Münster will Mädchen für Technik begeistern

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Professor Cornelia Denz und Dr. Christine Neuy zeigen das Lissajous-Pendel im MExLab. ▪

MÜNSTER – Jungen wollen wissen wie ihr Laptop funktioniert. Mädchen dagegen reicht es, dass er funktioniert. „Mädchen gehen an Technik anders heran“, weiß Inga Zeisberg, Koordinatorin von „Light up your Life“ kurz Lilli, einem Projekt der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Die Mädchen müssen daher dort abgeholt werden, wo ihre Interessen liegen – und genau das versuchen Professor Cornelia Denz und ihr Team mit Lilli zu schaffen. Mädchen sollen spielerisch und mit Spaß an naturwissenschaftliche Berufe herangeführt werden. Von Kristina Hochwald

Wie kommt die Farbe in den Lippenstift? Und was hat das Handydisplay mit Licht zu tun? Mit Ansätzen für die sich Mädchen interessieren, gelingt es, Schülerinnen zu faszinieren. „Wir begleiten die Mädchen über die Pubertätsschwelle hinweg, damit sie das Interesse an Naturwissenschaften nicht verlieren“, erklärt Zeisberg. 180 Teilnehmerinnen zählt das Projekt, bei dem Schülerinnen über zweieinhalb Jahre hinweg mit Workshops und Aktivitäten rund um die sogenannten Mint-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) fit gemacht werden für eine Karriere, die bisher noch von Männern dominiert wird. „Mädchen sind in den zukunftsweisenden Berufen, in denen die Aufstiegsschancen besonders hoch sind, unterrepräsentiert“, so Zeisberg, die sich freute, ihr Projekt jetzt Vertretern der Mädchenförderung aus ganz NRW präsentieren zu können.

Im Rahmen des „Mädchen-Technik-Talente-Forum“ (MäTa) begrüßte die Uni Münster die Teilnehmer zum dritten runden Tisch, um sich über die verschiedenen Projekte zur Mädchenförderung in der Region auszutauschen. „Es geht darum sich zu vernetzen“, so Dr. Christine Neuy, Geschäftsführerin der IVAM, dem Fachverband für Mikrotechnik. Nachdem ähnliche Veranstaltungen in Dortmund und Bielefeld stattfanden, ging es nun darum, lokale Projekte aus Münster und Umgebung vorzustellen, die schließlich auf einem Mädchen-Technik-Kongress am 5. Juli in Dortmund interessierten Mädchen präsentiert werden sollen.

Neben Lilli konnte die Münsteraner Uni auch mit ihrem „Experimentierlabor“, dem MExLab des Fachbereichs Physik punkten. Das Labor beinhaltet die Dauerausstellung „MExLab Experimentum“. An den Experimentierstationen befinden sich Schautafeln zur Erklärung des physikalischen Phänomens. Abseits der üblichen Klassenräume können Jugendliche hier direkten Kontakt zu Forschern aufnehmen und aus erster Hand von ihnen lernen. Mädchen bekommen am Girls' Day jährlich Gelegenheit, den Alltag und die Arbeitsweisen einer Physikerin kennen zu lernen.

Es wird eine Brücke geschlagen zwischen der naturwissenschaftlichen Schulausbildung und aktueller Forschung. „Wir wollen den Blick der Mädchen von den Fächern in der Schule auf die Berufe lenken, die sie damit erreichen können“, erklärt Zeisberg. Dank der Förderung durch das Konjunkturpaket II des Landes NRW und der Initiative „Zukunft durch Innovation“ wird das Labor in den kommenden Monaten noch ausgebaut.

Auch das Frauenbüro der Stadt Münster und der Universitäts-Fachbereich Didaktik der Informatik brachten sich mit Projekten in das Forum ein. Die Premiere des runden Tisches an der Uni Münster ist geglückt. Nun richten sich die Blicke in die Zukunft. Wenn Lilli, MExLab und Co. beim Dortmunder Kongress Mädchen aus ganz NRW begeistern sollen.

Quelle: wa.de

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