Mord in Emden: Verdächtiger fiel bereits in Unna auf 

EMDEN/UNNA - Der wegen Mordes an der elfjährigen Lena im ostfriesischen Emden inhaftierte 18-Jährige ist bereits in Unna kriminell aufgefallen. Dort hatte er laut Medienberichten bis vor drei Jahren gelebt.

Ein Ermittlungsverfahren wegen Besitzes von Kinderpornos laufe seit Dezember, sagte eine Sprecherin der für die Bekämpfung von pornografischen Schriften in Niedersachsen zuständigen Staatsanwaltschaft Hannover am Dienstag auf dapd-Anfrage. Es sei ein Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 18-Jährigen beantragt und erlassen worden. Anschließend seien die Akten zur zuständigen Polizei nach Ostfriesland weitergeleitet worden. "Sie liegen noch nicht wieder vor", fügte die Sprecherin an. Die Polizei in Emden wollte zunächst keine Angaben zu den Ermittlungen machen.

Bis zum Jahr 2009 hatte der Tatverdächtige in Unna gewohnt. Auch dort sei er kriminell aufgefallen, allerdings nicht wegen Sexualdelikten, sagte eine Polizeisprecherin.

Unklar blieb zunächst, wie Lena ermordet wurde. Laut Medienberichten ist sie erstochen worden. Demnach erlag die Elfjährige "mehreren Stichverletzungen". Nach Angaben der Ermittler ist Lena Opfer einer Sexualstraftat geworden. Der Täter ermordete sie demnach, um nicht von ihr verraten werden zu können. Deswegen lautet der Haftbefehl auf Mord zur Verdeckung einer Straftat. Die Emder Polizei wollte zur Todesursache und dem Obduktionsergebnis auf dapd-Anfrage zunächst keine Angaben machen.

Das Mädchen war am 24. März in einem Parkhaus in Emden tot aufgefunden worden. Nach der Freilassung eines zu Unrecht der Tat bezichtigten Jugendlichen wurde am Samstag Haftbefehl gegen einen 18-jährigen Tatverdächtigen erlassen. Er hat die Tötung gestanden.

Nach dem Mord hatte es Lynchaufrufe im Internet gegen den ersten Verdächtigen gegeben. Emden will nun ein Zeichen gegen Vorverurteilungen und Selbstjustiz setzen. Stadtverwaltung, Kirchen, DGB und Stadtsportbund riefen die Bevölkerung zu einer Solidaritätsveranstaltung am Freitag (13. April) vor dem Emder Rathaus auf, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Dort soll die Solidarität mit allen Opfern und Betroffenen der Tragödie bekundet werden. - dapd

Quelle: wa.de

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