Besucher stellt Strafanzeige

Ärger am "Pornobeach": Drohungen nach vermeintlichem Sex-Zwischenfall

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Der Pornobeach genannte Uferabschnitt befindet sich in dem rot markierten Bereich.

Möhnesee – Viele benutzen den Begriff „Pornobeach“ für den Uferbereich südwestlich der Taucherbucht mit einem gewissen Augenzwinkern. Andere nehmen die Bezeichnung offenbar wörtlich, so zum Beispiel ein Paar, das am Sonntagnachmittag zur Sache gegangen sein soll, umringt von einigen erkennbar erregten männlichen Zuschauern. Sehr zum Ärger von Anhängern des unschuldigen hüllenlosen Sonnenbadens.

Das berichtet jedenfalls ein Einwohner aus Möhnesee-Völlinghausen, der den Pornobeach wie öfter zuvor am Sonntagnachmittag mit seiner Ehefrau besucht hatte. Gegen 16.30 Uhr habe ein Paar in der Nähe miteinander Sex gehabt, daraufhin seien sechs oder sieben Männer hinzu gekommen, die das Geschehen aus nächster Nähe verfolgt und sich dabei selbst befriedigt hätten, berichtete der Möhneseer. 

Seine Frau habe die betreffenden Personen aufgefordert, ihr nach ihren Worten perverses Verhalten zu unterlassen, als Antwort sei sie verbal massiv angegriffen worden. Ihm selbst seien Schläge angedroht worden, als er seiner Frau Beistand geleistet hatte. Erkennbar sei auch gewesen, dass die Sexhandlungen anderen Badegästen, darunter Familien, ebenfalls missfallen haben sollen. „Das muss echt nicht sein“, bekräftigt der Leser, „noch dazu, weil Kinder anwesend waren!“

Strafanzeige erstattet

Letztlich hat der Völlinghauser am folgenden Tag bei der Polizei in Soest Strafanzeige wegen Beleidigung gestellt, wie Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper bestätigt. Besser wäre es der Polizei zufolge allerdings gewesen, wenn die Betroffenen direkt die 110 gewählt hätten. Dann hätte auch eine Chance bestanden, das Pärchen und ihre Zuschauer in flagranti zu erwischen. 

Den Einwand, dass die Polizei von Soest aus leicht 20 Minuten Anfahrt braucht, lässt Lückenkemper nicht gelten. An einem Tag wie dem vergangenen Sonntag mit seinem immensen Verkehrsaufkommen sei sicher irgendwo im Gemeindegebiet ein Streifenwagen unterwegs gewesen. Im Übrigen wies Lückenkemper darauf hin, dass Sex in der Öffentlichkeit an sich nicht strafbar ist, es sei denn, es fühlt sich jemand gestört. 

Die Einschätzung des Lesers, dass der Pornobeach von vielen Besuchern mit wortwörtlich genommenen Absichten aufgesucht wird, bestätigt eine Internetabfrage mit den Suchworten Pornobeach und Möhneseee.

Auf Foren wie beispielsweise „poppen.de“ wird unverblümt auf die Kontaktmöglichkeiten hingewiesen. Auf anderen Internetseiten wird der Strandbereich hingegen als Nacktbadebereich beschrieben.

Sex in der Öffentlichkeit nicht per se strafbar

„Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in Paragraf 183 mit Strafe bedroht ist.“ So steht es in Paragraf 183a des Strafgesetzbuchs. Paragraf 183 regelt, dass ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft wird. 

Aus diesen Normen folgt, dass eine sexuelle Handlung erst dann strafbar wird, wenn sie ein öffentliches Ärgernis hervorruft. Von vornherein ist Sex in der Öffentlichkeit jedoch nicht strafbar. 

Als Öffentlichkeit können laut Wikipedia alle möglichen Bereiche gelten, etwa Einkaufszentren, öffentliche Verkehrsmittel, gut einsehbare Privaträume, ein im öffentlichen Raum abgestelltes Auto oder abgelegene Orte wie Wälder oder Strände.

Quelle: wa.de

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