Mitgliederzahlen in großen NRW-Gewerkschaften zurückgegangen

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Düsseldorf - Die Bindung an Gewerkschaften hat in Nordrhein-Westfalen abermals etwas nachgelassen. Arbeitnehmervertretungen aus verschiedenen Branchen vermeldeten für das vergangene Jahr leicht rückläufige Mitgliederzahlen, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Hauptgrund ist hierfür der demografische Wandel: Viele Arbeitnehmer bleiben auch nach Renteneintritt noch in der Gewerkschaft - wenn sie sterben, rücken nur relativ wenige Neumitglieder nach, auch weil der Anteil junger Menschen in der Gesellschaft gesunken ist.

Die größten Mitglieder-Rückgänge von jeweils 1,6 Prozent verzeichneten die großen Arbeitnehmervertretungen IG Metall und Verdi. Die IG Metall musste ein Minus von 9000 auf 525 000 Mitglieder hinnehmen, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte in NRW Ende 2017 rund 475 000 Mitglieder und damit 7500 weniger als ein Jahr zuvor. "Wir werden aufgrund des demografischen Wandels Schwierigkeiten haben, die Gesamtmitgliedzahl zu halten", sagte ein Metaller-Sprecher.

Weniger Schwund verzeichneten die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (0,6 Prozent auf rund 44 400 Mitglieder) oder die Gewerkschaft Erziehung- und Wissenschaft (GEW), in der viele Lehrer organisiert sind (0,7 Prozent/um 360 auf 48 150 Mitglieder). Ein GEW-Sprecher zeigte optimistisch, dass die Mitgliederzahl bald wieder aufwärts gehe - in den vergangenen Monaten hätten die Zahlen wieder angezogen.

Aus den Rückgängen kann man nicht schließen, dass das Interesse der Arbeitnehmer an Gewerkschaften abnimmt. Im Gegenteil: Organisationen wie die IG Metall und die NGG vermeldeten unter ihren Beschäftigten - also ohne die Rentner - etwas mehr Neueintritte als Austritte. Da es zum Beispiel in der NRW-Ernährungsindustrie mehrere Betriebsschließungen oder Firmenzusammenschlüsse gegeben habe, sei diese Entwicklung besonders erfreulich, sagte ein NGG-Sprecher. Die Zahl der Neueintritte sei um 8,5 Prozent gestiegen.

Gegen den Trend ist die Situation bei der Gewerkschaft der Polizei. Die hatte in NRW nach eigenen Angaben 2017 rund 41 000 Mitglieder und damit mehrere Tausend mehr als ein Jahr zuvor. Der Grund ist simpel: Es wurden mehr Polizisten eingestellt.

Quelle: wa.de

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