NRW-Justizministerium

Ministerium: Nachts war kein JVA-Bediensteter in Middelhoffs Zelle

ESSEN/DÜSSELDORF - Bei den nächtlichen Kontrollen von Untersuchungshäftling Thomas Middelhoff in der JVA Essen hat laut NRW-Justizministerium kein Bediensteter dessen Zelle betreten. Das ergebe sich aus dem Meldebuch, das die JVA-Mitarbeiter führen müssen, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag auf Anfrage in Düsseldorf.

"Kein Bediensteter hat den Haftraum zwischen 22 Uhr und 6 Uhr betreten." Das Meldebuch belege, dass die Kontrolle im 15-Minuten-Takt vom 14. November bis 9. Dezember und noch einmal am 18. und 19. Dezember lediglich aus einem Blick durch den Spion der Zellentür bestanden habe.

Die JVA Essen begründet die engmaschige Sichtkontrolle mit Suizidgefahr. Die Rechtsanwälte des früheren Topmanagers hatten der Justiz vorgeworfen, Middelhoff immer wieder geweckt zu haben und von einem "unter keinem denkbaren Gesichtspunkt gerechtfertigten Schlafentzug" gesprochen.

Der gesundheitliche Zustand des 61-Jährige habe sich drastisch verschlechtert. Er sei haftunfähig. Nach knapp fünf Monaten in U-Haft versucht sein Verteidiger derzeit erneut, Middelhoff aus dem Gefängnis freizubekommen und hat beim Landgericht Essen einen Antrag auf Haftprüfung gestellt.

Der Ex-Arcandor-Chef war am 14. November wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof wird wohl erst in einigen Monaten über seine Revision entscheiden. Middelhoff war vor wenigen Tagen in die Essener Uniklinik verlegt worden. - dpa

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

- Fall Middelhoff: Interview mit Tatort-Schauspieler Bausch

- Wegen Autoimmunkrankheit: Middelhoff beantragt erneut Haftprüfung

- Bericht: Middelhoff wurde wochenlang der Schlaf entzogen

- Middelhoff stellt Antrag auf Privatinsolvenz

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare