Ministerin: "Nahezu jeder in NRW wird einen Studienplatz kriegen"

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Trotz erwarteter hoher Studentenzahlen werde jeder einen Studienplatz bekommen, "allerdings nicht immer am Wunschort im Wunschfach: Wissenschaftsministerin Svenja Schulze

DÜSSELDOPRF - Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) hat an den doppelten Abiturjahrgang 2013 appelliert, sich keinesfalls vom Studium abschrecken zu lassen.

"Was man sagen kann ist, dass nahezu jeder in Nordrhein-Westfalen einen Platz kriegen wird", sagte Schulze im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. "Allerdings nicht immer am Wunschort im Wunschfach."

Auf die Hochschulen in NRW kommen bisherigen Prognosen zufolge rund 123.000 Studienanfänger zu - rund 42.000 von ihnen gehen auf das Konto des doppelten Abiturjahrgangs. An den Gymnasien des Landes machen in diesem Frühjahr gleichzeitig Schüler nach acht- und nach neunjährigem Bildungsgang Abitur.

"Ich rate Abiturientinnen und Abiturienten auf jeden Fall, sich an den Hochschulen zu bewerben und sich vorab ausführlich zu informieren", unterstrich Schulze. Die Fächerauswahl sei vielfältig und oft unbekannt. "Es gibt 1800 verschiedene Möglichkeiten, in Nordrhein-Westfalen zu studieren." Die Bandbreite an den 70 Hochschulen des Landes habe sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt.

Auch von Zulassungsbeschränkungen sollte sich niemand abhalten lassen, bekräftigte die Ministerin. Zwar sei in diesem Wintersemester etwa jeder zweite Studiengang mit einem Numerus Clausus belegt. Die Vorgabe liege teilweise aber nur bei einem Abiturnotendurchschnitt im Dreier-Bereich. Viele kämen bei der Auswahl der Hochschulen letztlich auch unterhalb der NC-Hürde zum Zuge.

"Traditionell viel größer als das Angebot ist die Nachfrage bei flächendeckenden NC-Fächern wie Medizin und Psychologie. Das war und ist ein Problem." Besonders nachgefragt sei nach wie vor ein Studium an den großen Akademiker-Schmieden. "Unsere neuen Fachhochschulen werden gerade erst so richtig entdeckt." Auch bei technischen Fächern und im pflegerischen Bereich ziehe die Nachfrage gerade an.

Die Landesregierung hat für den doppelten Abiturjahrgang bis 2020 zusätzlich zehn Milliarden Euro vorgesehen - unter anderem für studentischen Wohnraum. "Bezahlbare Wohnungen bleiben Mangelware in begehrten Großstädten wie Köln, Düsseldorf, Aachen oder Münster", sagte Schulze. Die Engpässe könnten aber nicht allein durch den Neubau von Studentenwohnheimen gelöst werden.

Gefragt seien auch kreative Lösungen. So würden in einigen Kommunen Hotels oder Armeebestände für solche Zwecke umgebaut. Für Investoren gelte: "Wer jetzt studentischen Wohnraum baut, kann sicher sein, dass er in den nächsten Jahren auch Studierende dort haben wird. Die Nachfrage wird auch nach 2020 nicht so zurückgehen, dass es nicht mehr lohnte, zu investieren."- dpa

Quelle: wa.de

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