Mindestens 500 Frauen in NRW mit Billig-Implantaten

DÜSSELDORF - Mindestens 500 Frauen in NRW haben minderwertige Brustimplantate aus Frankreich erhalten. Dies ergab eine Abfrage bei den bislang bekannten 25 Krankenhäusern und Praxen, die Produkte der Unternehmen PIP und Rofil bezogen hatten:

Die Zahlen seien ein "erstes Ergebnis", teilte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministerium mit. "Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der in Nordrhein-Westfalen betroffenen Frauen höher ist."

Es gebe Hinweise, dass Billig-Implantate Frauen auch bei Operationen im Ausland eingesetzt wurden. Zudem sind vermutlich noch nicht alle Vertriebswege bekannt. "Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Hersteller der Implantate seine Geschäfte mit einem hohen Maß an krimineller Energie betrieben", bekräftigte das Ministerium.

Die verantwortlichen Ärzte hätten die Aufgabe, mit den betroffenen Frauen individuell das weitere Vorgehen zu besprechen. Mehrere Länder, darunter auch Deutschland, haben Frauen dazu aufgerufen, die Implantate entfernen zu lassen. Frankreich hatte der Firma PIP im April 2010 Vermarktung, Vertrieb und die weitere Verwendung der Brustimplantate europaweit untersagt. Ein Zusammenhang zwischen den Silikonkissen und Krebs wird befürchtet, bewiesen ist er aber nicht.

Um an verlässliche Zahlen zu kommen, starten alle 16 Bundesländer eine einheitliche Abfrage bei Krankenhäusern und plastischen Chirurgen. Dabei wird gefragt, in wie vielen Fällen Implantate der betroffen Firmen eingesetzt wurden. Diese Abfrage soll bundesweit am 30. Januar starten. Erste Ergebnisse würden dann voraussichtlich im Laufe der vierten Februarwoche vorliegen, erklärte das Düsseldorfer Ministerium.

Den bislang bekannten 500 Frauen waren in NRW die Silikonkissen in der Zeit von Januar 2001 bis April 2010 eingesetzt worden. Befragt wurden die 25 Krankenhäuser und Praxen, die von der inzwischen insolventen Düsseldorfer Rofil Medro GmbH als Abnehmer genannt worden waren. - lnw

Quelle: wa.de

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