Mieser "Lottogewinn": Senioren um 240000 Euro gebracht

SOEST - Einen Glücksspiel-Betrug in dieser Größenordnung hat selbst die Kripo noch nie erlebt. 240 000 Euro haben bislang unbekannte Täter einer 65-jährigen Soesterin abgenommen.

Die Masche funktionierte so: Die Frau, die seit vielen Jahren an Lotterie- und Gewinnspielen – auch international – teilgenommen hatte, erhielt Anfang des Jahres eine (angebliche) Gewinnbenachrichtigung einer spanischen Lotteriegesellschaft. Danach hatte sie den Hauptgewinn in der legendären Lotterie „El Gordo“ mit 1,9 Millionen Euro gewonnen. In vielen Telefonkontakten konnte ein Anrufer (ein angeblicher Mitarbeiter der Lottogesellschaft) das Vertrauen der Frau gewinnen und sie zur Zahlung von Steuern, Abgaben und Notarkosten in Höhe von 150 000 Euro überzeugen.

Nur so könne der Gewinn ausbezahlt werden, gaukelte der Betrüger der Ahnungslosen vor. Die Frau überwies das Geld im Verlauf des Jahres in vielen kleinen Teilbeträgen an die Lotteriegesellschaft, genau genommen: an die Betrüger.

Der Höhepunkt des Betruges erfolgte vor wenigen Wochen. Bei der Gewinnerin meldete sich telefonisch ein angeblicher Mitarbeiter von Interpol in Holland. Er teilte der Frau mit, dass der Geldbote aus Spanien in Amsterdam festgenommen worden sei. Da jetzt niederländische Steuern anfallen würden, sollte die Dame 90 000 Euro in bar bezahlen. Tatsächlich übergab die Frau dann diese Summe einer Geldabholerin, die mit dem Taxi anreiste.

Erst als noch weitere Forderungen gestellt wurden und die Frau dazu eine größere Summe Bargeld abheben wollte, wurde sie von ihrem Bankberater „zur Rede gestellt“ und offenbarte sich. Auf dessen Rat erstattete sie schließlich Anzeige. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, die Chance, das gezahlte Geld jemals zurückzubekommen, ist eher gering, teilte gestern die Kripo in Soest mit. - eB

Quelle: wa.de

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