Behandlungsfehler: Mehr als 3000 Verfahren

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Düsseldorf/Münster - Die Gutachterkommissionen der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe haben in 2013 mehr als 3000 Behandlungsfehler verfolgt. 15 Prozent der Patienten erlitten Gesundheitsschäden.

Im vorigen Jahr haben in Nordrhein-Westfalen die Gutachterkommissionen der beiden Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe etwa 3000 Verfahren wegen vermuteter Behandlungsfehler abgeschlossen. Die Kommissionen waren von Patienten nach Behandlungen in Krankenhäusern und Praxen eingeschaltet worden. Ein Sprecher der Ärztekammer Nordrhein sagte am Dienstag in Düsseldorf, zwischen Oktober 2012 und September 2013 seien 2153 Anträge erledigt worden. In 29 Prozent der Fälle seien Behandlungsfehler anerkannt worden.

Die Gutachterkommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe schloss 2013 insgesamt 1158 Verfahren ab. In 14,6 Prozent sei ein Behandlungsfehler mit ursächlich darauf zurückzuführendem Gesundheitsschaden festgestellt worden, sagte ein Sprecher in Münster. In etwa 3,5 Prozent der Fälle wurde ein Behandlungsfehler ohne gesundheitlichen Schaden ermittelt.

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Die AOK hatte am Dienstag Schätzungen veröffentlicht, wonach in Krankenhäusern jährlich rund 190 000 Patienten in Deutschland gesundheitliche Schäden durch Behandlungsfehler erleiden. Nach Angaben einer Sprecherin erklärte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne): "Wichtig ist ein offener Umgang mit Fehlern und Beinahe-Fehlern, um daraus die richtigen Konsequenzen zur Fehlervermeidung zu ziehen". Angst vor dem Haftungsrisiko dürfe dem nicht im Wege stehen. - dpa

Quelle: wa.de

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