Prozess beginnt am Freitag

Hammer Zug-Exhibitionist mit bizarr-kriminellem Vorleben

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In einer solchen Position soll der Exhibitionist seine Taten begangen haben. Für das ganze Bild bitte rechts oben hineinklicken.

Hamm - Exakt ein halbes Jahr nach der Anordnung seiner Untersuchungshaft wird am Freitag, 2. Juni, der Prozess gegen einen notorischen Exhibitionisten aus Hamm eröffnet, der massenhaft Frauen in Zügen der Deutschen Bahn belästigt und dabei gefilmt haben soll.

Rund 200 solcher Filme wurden von der Polizei auf dem Handy des 42-jährigen Mannes gefunden. Wie erst jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei dem Angeschuldigten um einen bereits 1994 und 2004 wegen Vergewaltigung zu vier beziehungsweise sieben Jahre Haft verurteilten Sexualtäter. Bis 2012 war der Mann in der forensischen Psychiatrie in Eickelborn untergebracht gewesen und dort trotz negativer Prognose entlassen worden.

Die Übergriffe in den Zügen der Deutschen Bahn waren am 19. November 2016 aufgeflogen, als der Hammer Beschuldigte eine 22-jährige Kölnerin kurz nach der Abfahrt in Hamm mit seinem Handy gefilmt und sich dabei entblößt hatte. Die Frau verließ das Abteil und schaltete die Bundespolizei ein, die den Verdächtigen daraufhin nach Einfahrt des Zuges in Dortmund festnahm.

78 von 200 Filmen in der Anklageakte

Das ganze Ausmaß der Tatserie wurde erst nach Auswertung der Handy-Daten offenkundig. Von den 200 Filmen gelangten letztlich 78 in die Anklageakte. Der Tatzeitraum bezieht auf die Zeit zwischen 1. Januar 2014 und dem 19. November 2016. In nahezu allen Fällen soll der Angeklagte in Hamm in einen der Züge gestiegen sein. Teils sollen die Übergriffe auch erst tief in der Nacht geschehen sein. Ferner soll der 42-Jährige bei einer seiner Fahrten eine schlafende Frau innerhalb weniger Minuten zweimal begrapscht und auch dieses gefilmt haben.

Mit Hochdruck hatte die Polizei Anfang des Jahres in ganz NRW nach Frauen gesucht, die Opfer des Mannes geworden waren. Mindestens drei Frauen erkannten den per Öffentlichkeitsfahndung geschilderten Modus Operandi wieder und wandten sich an die Polizei. Wie viele Frauen sich insgesamt meldeten, ist noch unklar.

Trotz negativer Prognose entlassen

Der berufslose Hammer hat einen großen Teil seines Lebens im Gefängnis oder der forensischen Psychiatrie verbracht. 1994 wurde er wegen Vergewaltigung zu vier Jahren Haft verurteilt, danach folgten weitere Verurteilungen unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Diebstahls. 2004 wurde er vor dem Landgericht Münster ebenfalls wegen Vergewaltigung zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ab 2006 war er bis 2012 in Eickelborn untergebracht gewesen. Wegen der abgelaufenen Höchstfrist war er dort trotz negativer Prognose entlassen worden.

Der Termin am kommenden Freitag vor der 24. Strafkammer des Landgerichts ist offenbar der spätest mögliche. Am Samstag, 3. Juni, hätte der Angeschuldigte nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft – er sitzt in der JVA Hamm ein – üblicherweise wieder auf freien Fuß gesetzt werden müssen.

Quelle: wa.de

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