Mieter hatte sich in Iserlohn ausgesperrt / Skurriles Bild veröffentlicht

Nach Kritik in sozialen Netzwerken: So verteidigt die Polizei dieses Foto

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Dieses Bild bot sich den Polizeibeamten beim Eintreffen. Zur vollständigen Ansicht klicken Sie bitte oben rechts.

[Update 16.21 Uhr] Iserlohn - Dass die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis am Mittwochmorgen das Foto eines Mannes veröffentlicht hat, der sich bereits am Montagabend in Iserlohn-Wermingsen in einem Mehrfamilienhaus ausgeschlossen hatte und dann in seiner Wohnungstür stecken geblieben war, wird in den sozialen Netzwerken - und auch hier bei uns - durchaus erwartungsgemäß stark diskutiert. Das veranlasste die Polizei am Nachmittag zu einer Stellungnahme.

"In eigener Sache", ist die Mitteilung von 16.17 Uhr überschrieben, in der es wörtlich heißt: 

"Am heutigen Mittwoch wurde durch uns als Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis das Foto eines Mannes veröffentlicht, welcher durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in eine missliche Lage geriet.

Die Veröffentlichung des Fotos samt des zugehörigen Einsatzberichtes stößt, insbesondere in den sozialen Medien, auf Kritik. Hierin wird der Pressebericht vereinzelt pietätlos genannt. Diesbezüglich nehmen wir wie folgt Stellung: 

Die Veröffentlichung des Berichtes geschah keinesfalls mit der Zielrichtung, den abgebildeten Mann zu diskreditieren. Vielmehr sollte die Meldung, anhand eines kuriosen und nicht alltäglichen Beispiels, die enorm breite Spanne täglicher Einsätze von Polizeibeamtinnen und -beamten verdeutlichen.

Bei Pressemitteilungen kommt generell der Anonymisierung des Sachverhaltes besondere Bedeutung zu. Dieser wurde im vorliegenden Fall in besonderem Maße Rechnung getragen, um Rückschlüsse auf den Betroffenen keinesfalls zu ermöglichen.

Die oben genannte Kritik nehmen wir wahr und ernst. Aus diesem Grund haben wir den Artikel aus dem Presseportal entfernt und streben zukünftig in vergleichbaren Fällen eine noch sorgfältigere Prüfung an."

Hier finden Sie unsere ursprüngliche Berichterstattung:

Was tun, wenn man sich aus seiner Wohnung ausgesperrt hat? Den beim Nachbarn oder bei Angehörigen hinterlegten Schlüssel "anfordern", einen Schlüsseldienst rufen...

Aber kämen Sie auf die Idee, die eingesetzte Glasscheibe der Wohnungstür einzuschlagen, um dann hindurch zu steigen und anschließend den Schaden beseitigen zu müssen?

Nachbarn "entdecken" den Mann im Treppenhaus

Ein 60-jähriger Mann tat am Montagabend im Iserlohner Ortsteil Wermingsen exakt das, als er sich ausgesperrt hatte und nicht wieder in sein Reich zurückkam, wie die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis am Mittwochvormittag mitteilte.

Nachbarn meldeten den "hilflosen" Mann der Polizei, als sie ihn im Treppenhaus "entdeckt" hatten, wie er in der Tür zu seiner Wohnung feststeckte und weder vor noch zurück kam.

Zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht

Den Polizeibeamten gelang es gemeinsam mit Nachbarn, den 60-Jährigen aus seiner misslichen Lage zu befreien. Erwartungsgemäß hatte er sich bei der Umsetzung seines skurrilen Vorhabens leichte Schnittverletzungen zugezogen, die in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

Ob der Mann unter dem Einfluss berauschender Mittel oder von Alkohol gestanden hatte, als er sich zum "Einstieg" in die eigenen vier Wände entschieden hatte, wollte die Pressestelle der Polizei in Iserlohn auf Anfrage nicht mitteilen.

Auch die Wohnanschrift des Mannes, die sonst bei Polizeieinsätzen genannt wird, habe man bewusst weggelassen. Es gehe nicht darum, den Mann zu diskreditieren, sondern darum, das breite Feld von Einsätzen darzustellen und andere davor zu warnen, in vergleichbären Fällen so zu handeln, hieß es aus der Kreispolizeibehörde.

Quelle: wa.de

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