Mädchen missbraucht: Sextäter nach Sicherungsverwahrung rückfällig

DORTMUND - Ein aus der Sicherungsverwahrung entlassener Sextäter hat in Dortmund ein siebenjähriges Mädchen missbraucht. Wegen günstiger Prognose hatte die Polizei zuvor die engmaschige Überwachung des Mannes gelockert. Die Ermittler sind bestürzt und prüfen weitere Fälle.

Von Holger Drechsel

 Die Tat liegt Monate zurück. Am 26. Januar hatte der Mann das Mädchen auf dem Heimweg von der Schule angesprochen, in eine Tiefgarage in der Innenstadt gelockt und dort missbraucht, berichteten die Ermittler gestern. Die Polizei konnte eine Speichelprobe sichern, gestern meldete das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf das Analyseergebnis: Die Spur führte zu dem 49-jährigen Mann, der Ende September aus der Sicherungsverwahrung in Werl entlassen wurde – wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte – und nach Dortmund gezogen war. Der Mann wurde festgenommen und sei geständig.

1992 war er in Düsseldorf zu dreieinhalb Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt worden – auch damals hatte er ein Kind missbraucht. Bei der Dortmunder Polizei zeigte man sich gestern „sehr bestürzt“, wie Sprecher Wolfgang Wieland sagte. Nach seiner Entlassung sei der 49-Jährige zunächst rund um die Uhr überwacht worden. Später habe man die Überwachung nach und nach gelockert, weil Polizei, LKA und Therapeuten sicher gewesen seien, „dass der Mann auf dem richtigen Weg ist, resozialisiert zu werden“. Nichts habe auf Gefahr hingedeutet. Nun prüfe man in Dortmund bis zu 20 weitere Verdachtsfälle, meist solche, wo Kinder angaben, „von einem Mann angesprochen worden zu sein“, sagte Wieland.

Warum aber dauerte die Analyse der Speichelprobe beim LKA fast ein halbes Jahr? Staatsanwältin Dr. Ina Holznagel sagte: „Das ist leider der normale Verlauf.“ Das LKA werde mit DNA-Anfragen „zugeschüttet“. Problematisch sei auch gewesen, dass sowohl die Aussagen des Mädchens als auch die gesicherten Spuren sehr vage gewesen seien. Nach der Tat seien Kind und Familie psychologisch betreut worden. Dem Mädchen, so Holznagel, gehe es heute wieder gut. Und die Familie sei „froh, dass der Mann nun gefasst wurde“.

Quelle: wa.de

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