Linke-Jugend demonstriert gegen Gaza-Krieg - Festnahmen in Essen

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in Demonstrant hält in Essen bei einer Kundgebung auf dem Weberplatz gegen das israelische Vorgehen im Gaza-Streifen ein Plakat mit der Aufschrift "Frieden" in der Hand. Über 500 Mitglieder der Linksjugend und Linken demonstrierten für eine friedliche Lösung des Konflikts im Nahen Osten.

ESSEN - Hier israelische Fahnen, da die Farben der Palästinenser. In Essen gingen junge Menschen gegen den Gaza-Krieg auf die Straße. Ein paar Fußminuten weiter standen Menschen gegen Antisemitismus zusammen.

In Essen haben am Freitag mehr als 1000 Menschen gegen die Bombardierung des Gazastreifens durch Israel demonstriert. Die "Friedensdemonstration für Nahost" wurde von der Jugendorganisation der Partei Die Linke organisiert. Teilnehmer trugen Transparente mit dem Wort "Frieden" auch in arabischer und hebräischer Schrift. Redner forderten eine friedliche Lösung des Konflikts im Nahen Osten. Die Kundgebung, auf der viele palästinensische Fahnen gezeigt wurden, wurde von einer Gruppe gestört, die auch israelfeindliche Parolen rief.

Zeitgleich versammelten sich am anderen Ende des Essener Zentrums etwa 100 Menschen und protestierten mit israelischen Fahnen und Transparenten gegen Antisemitismus. Die Versammlung wurde unter anderem von der Jugendorganisation der SPD, den Jusos, unterstützt. Bei beiden Veranstaltungen war die Polizei massiv präsent. Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben vom Abend nicht.

Wenige Stunden zuvor waren 14 Menschen festgenommen worden, die die Demonstration mutmaßlich zu Aktionen gegen die Alte Synagoge in Essen ausnutzen wollten. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen sie wegen Verabredung zu einem Verbrechen, teilte die Polizei mit. Die Alte Synagoge ist ein städtisches Kulturinstitut und dient nicht mehr als Gotteshaus. Das imposante Gebäude befindet sich in der Innenstadt.

Die Polizei betonte, es gebe keine Erkenntnisse, dass die Festgenommenen im Zusammenhang mit den Veranstaltern der Kundgebung stehen. Sie sind laut Polizei im Alter zwischen 17 und 41 Jahren, bei Durchsuchungen seien keine Waffen gefunden worden.

Bei der Kundgebung gegen die Bombardierung des Gazastreifens erklärte Ralf Michalowsky, der Landessprecher der Linken in Nordrhein-Westfalen, wer Frieden im Nahen Osten wolle, müsse sofort die Waffen niederlegen, der Raketenbeschuss beider Seiten müsse sofort eingestellt werden. Die Lösung müsse ein Land sein, das sowohl Israelis wie Palästinensern eine gemeinsame Zukunft in zwei Staaten sichere. - dpa

Quelle: wa.de

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